Rölsdorf: Streit um Saalam-Vereinshaus in Rölsdorf

Rölsdorf : Streit um Saalam-Vereinshaus in Rölsdorf

Es schien alles klar: Weil die Awo-Kita „Villa Kunterbunt“ um zwei Gruppen erweitert wird, müssen die Rölsdorfer Vereine ihr angestammtes Vereinshaus verlassen. Als Ersatz hat die Stadt Düren der Interessengemeinschaft (IG) Vereinshaus Rölsdorf — ein Zusammenschluss aller örtlichen Vereine — das leerstehende Gebäude der alten Grundschule direkt gegenüber angeboten. Darüber ist es nun zu einem Streit gekommen.

In dessen Folge sind die beim Amtsgericht eingetragenen Vorstandsmitglieder der IG zurückgetreten.

Die Terrasse des Rölsdorfer Vereinshauses könnte überbaut werden, damit hier ein größerer Versammlungsraum entstehen kann. Das wollen aber offenbar nicht mehr alle Rölsdorfer Vereine. Deswegen sind Hans-Dieter Andrzejczak, Jürgen Knillmann und Helmut Knabel (kleines Foto von links) vom Vorstand der IG Vereinshaus zurückgetreten. Foto: Burkhard Giesen

„Der paritätisch besetzte Vorstand hat sich über Jahre für die Interessen aller Rölsdorfer Ortsvereine eingesetzt. Dies wird speziell von nicht ortsansässigen Vereinsmitgliedern in Führungspositionen untergraben“, sagt Geschäftsführer Helmut Knabel, der gemeinsam mit dem Vorsitzenden Hans-Dieter Andrzejczak und dem Kassierer Jürgen Knillmann das Handtuch geworfen hat.

Auslöser für den Streit ist die Frage, wo der für die Rölsdorfer Schützen benötigte Saal realisiert werden kann. Die Schützen nutzen die ehemalige Tiefgarage des Vereinshauses, den jetzigen Keller, als Schießanlage. Die bleibt in dem Gebäude auch erhalten. „Die Schützen benötigen aber zusätzlich einen größeren Raum, in dem sie sich versammeln können“, erklärt Knabel. Im Vereinshaus gab es diesen Saal, im Grundschulgebäude (die Rölsdorfer OGS wurde Ende August 2017 im Cornetzhof untergebracht) steht so ein Raum bisher nicht zur Verfügung.

Benötigt wird der Saal aber nicht nur für die Schützen, sondern auch für die Karnevalsgesellschaft, damit die Garden trainieren können sowie für Seniorentreffen oder Weihnachtsfeiern. Deshalb hat die IG der Stadt die Überbauung der Terrasse vorgeschlagen. Knabel: „Der Vorschlag wurde aufgegriffen, und die Stadt hat ein Architekturbüro mit der Planung beauftragt.“

Damit sind aber offenbar nun nicht mehr alle Vereine einverstanden. „Ein Verein möchte im Grundschulgebäude zwei Klassenzimmer zu einem Saal zusammenlegen“, erklärt Knabel den aufgekommenen Streit. Der Vorteil dieser Lösung: Dann würden sich alle Vereinsräume und der Saal in einem Gebäude befinden. Der Nachteil: Die Zusammenlegung der Klassenräume ist nur in der 1. Etage möglich. Damit wäre dieser Saal nicht barrierefrei erreichbar, es müsste also ein Aufzug eingebaut werden.

Für Andrzejczak, Knabel und Knillmann war die Beschlusslage der Vereine allerdings klar: Sie hatten den Auftrag, mit der Stadt über die Bebauung der Terrasse zu verhandeln. Das werde nun gezielt torpediert, sagen sie. Hans-Dieter Andrzejczak: „Wir sollten die ganze Planung abblasen. Hinter unserem Rücken werden Sachen beschlossen, für die wir nicht geradestehen können. Deswegen sind wir aus Protest zurückgetreten.“

Auch Helmut Knabel ärgert sich über den unnötigen Streit: „Wir machen das jetzt seit sieben Jahren mit Erfolg. Die Finanzierung des Vereinshauses ist solide, und wir arbeiten sehr geräuschlos und harmonisch.“ Mit der Harmonie ist es aber offenbar jetzt vorbei. Und das zum denkbar ungünstigsten Zeitpunkt. Denn die Planung der Stadt ist inzwischen weitestgehend abgeschlossen.

Helmut Harperscheidt vom Amt für Gebäudemanagement der Stadt Düren: „Die Machbarkeitsprüfung des Architekturbüros für die Überbauung der Terrasse liegt vor, auch die Kostenuntersuchung ist abgeschlossen. Beides werde ich dem Bürgermeister vorlegen. Danach werden die Vereine wieder eingebunden.“ Die haben aber durch den Rücktritt der IG-Führungsspitze gar keinen Ansprechpartner mehr...

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