Heimbach-Blens: „Streichhölzer“ für schnelles Internet sorgen für Unmut

Heimbach-Blens: „Streichhölzer“ für schnelles Internet sorgen für Unmut

„Dass die Bewohner von Hausen und Blens in Zukunft ein schnelles Internet haben werden, begrüße ich sehr“, sagt Wilfried von Abercron, Inhaber der Burg Blens. Er versteht allerdings nicht, warum die neue Internetleitung der Telekom zwischen Hausen und Blens entlang der St. Georgstraße oberirdisch verlegt wird.

Und wenn schon oberirdisch, dann hätte sich von Abercron die Masten auf der anderen Straßenseite gewünscht, denn dort verlaufen auch die Stromleitungen. „Jetzt sehen sie wie Streichhölzer aus, sie verschandeln die Landschaft“, sagt er.

Das sei kein schöner Anblick für Bewohner und Touristen. Es gibt jedoch auch praktische Auswirkungen: Felder und Wiesen beidseitig der Straße hat von Abercron verpachtet. Große Geräte — wie Mähdrescher — müssen von einem Feld aufs andere wechseln können. Wenn die Leitungen der Telekom — wie zuerst geplant — tief hängen, gehe das nicht.

Mit der Telekom einigte sich von Abercron auf die unterirdische Verlegung der Leitung auf seinem Grund und Boden auf einer Länge von 700 Metern, so dass der Landwirt mit Mähdrescher und anderen großen Geräten die Felder über den Fahrweg hinüber problemlos wechseln kann.

Die Kosten für den Graben, etwa 2000 Euro, muss von Abercron übernehmen. Gespräche mit der Stadt Heimbach wie mit dem Blenser Ortsvorsteher, seien — so sagt der Betroffene — ohne Ergebnis verlaufen.

Das sieht Heimbachs Bürgermeister Peter Cremer anders. Er teilt mit, dass die Glasfaserleitung aus wirtschaftlichen Gründen oberirdisch verlaufen müsse. Die Telekom habe — gerade bei dieser geringen Einwohnerzahl in Hausen und Blens — eine „Wirtschaftlichkeitslücke“ zu schließen.

Aufgrund der geringeren Anzahl an Internetnutzern in Relation zu den Baukosten musste im Falle der Leitung von Hausen nach Blens die wirtschaftlich vertretbare Variante, nämlich die oberirdische Verlegung, gewählt werden.

Die Stadt Heimbach ist der Auftraggeber des Projekts, die Telekom setzt den Ausbau um und bleibt Eigentümerin der Leitung, egal wem das jeweilige Grundstück gehört. Im Übrigen, so fügt Cremer hinzu, hätte Wilfried von Abercron vorab die Informationsgabote der Stadt nutzen oder sich in den Ratssitzungen informieren lassen können.

(bel)
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