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Kleinhau: „Stollenwerks Kapellchen” ist als Bodendenkmal anerkannt

Kleinhau : „Stollenwerks Kapellchen” ist als Bodendenkmal anerkannt

Stolzer Besitzer eines neuen Bodendenkmals ist die Gemeinde Hürtgenwald. Auf Antrag des Rheinischen Amtes für Bodendenkmalpflege hat der Gemeinderat einstimmig die „Kapellenwüstung” in Kleinhau als Nummer 26 in die Liste aufgenommen. Der Volksmund nennt sie „Stollenwerks Kapellchen”.

Unter anderen ist es Robert Hellwig und Willi Engelmann zu verdanken, dass die Fundamentmauern der kleinen Marienkapelle am Abzweig der Straße „In der Kaule” von der Kreuzstraße freigelegt wurden.

Bis kurz vor Ende des Zweiten Weltkrieges wurde diese Kapelle, die aus Bruchsteinen gemauert und mit Schiefer gedeckt war, zu Fronleichnam als Segensaltar genutzt und festlich geschmückt; sie war Station bei den „Sieben Fußfällen”. In den Kämpfen im November 1944 im Hürtgenwald wurde sie zerstört, später das Grundstück eingeebnet.

Als der Heimatverein Kleinhau 1999 überlegte, wieder eine kleine Kapelle zu errichten, erinnerte sich Robert Hellwig im nahen Elternhaus an die Fundamente und legte sie mit Helfern aus dem Verein, einem Bagger, Pinsel und Kelle im Oktober 2005 frei, nachdem das Rheinische Amt alles zeichnerisch und fotografisch dokumentiert hatte. Die Ausmaße der Marienkapelle: 2,9 mal 2,9 m.

Wie alt die Marienkapelle genau ist und welche Geschichte sie erlebt hat, darüber gibt es nur wenige Aussagen. Robert Hellwig: „Es kann als gesichert angenommen werden, dass sie Ende des 18./Anfang des 19. Jahrhunderts errichtet wurde. Eine Zeichnung findet sich unter anderem auf der Übersichtskarte der Urkatasterkarte von Kleinhau aus dem Jahre 1860.” Bei der archäologischen Bestandsaufnahme wurden keinerlei Daten gefunden. Willi Engelmann datiert sie aufgrund der Mörtelreste etwa ins Jahr 1850 zurück.

Das Bodendenkmal Marienkapelle wird als bedeutend für die Geschichte des Ortes Kleinhau gesehen, da es den Mittelpunkt des religiösen und sozialen Lebens mit bildete. Die Kapelle war Teil der Ortsgeschichte und wichtiges Mahnmal im Zusammenhang mit den Kämpfen amerikanischer und deutscher Soldaten im November 1944. Die Reste sind letzte Quelle zur Geschichte der Marienkapelle.