Nideggen: Sternenwoche: Ein Schwan leuchtet an Nideggens Himmel

Nideggen: Sternenwoche: Ein Schwan leuchtet an Nideggens Himmel

Womit kann eine Sternenwoche anders beginnen, als mit dem Blick in den nächtlichen Sternenhimmel, gesteuert von Expertenhand? In Kooperation von Stadt Nideggen und Rureifeltourismus bejahte diese Frage die Astronomie-Werkstatt „Sterne ohne Grenzen“, stationiert auf Burg Vogelsang.

Der Leiter der Werkstatt, Astronom Harald Bardenhagen, und sein Assistent Bernward Jost ermöglichten rund 30 Männern und Frauen sowie einer erfreulichen Anzahl von Kindern und Jugendlichen einen Blick in den Sternenhimmel über Burg Nideggen.

„Der Nationalpark Eifel hat in Punkto Qualität ein Alleinstellungsmerkmal“, erklärte Bardenhagen, „weil er im Vergleich zu Ballungsräumen behutsam mit Licht umgeht.“ Städte wie Köln, Aachen und Düren strahlten zwar auch eine ungeheure Menge Licht ins All, würden aber den Himmel über dem Nationalpark noch nicht allzu sehr bedrängen.

Im Nationalpark Eifel, der den Ehrentitel „Sternenpark“ trägt, können, so der Astronom, Tiere und Pflanzen noch relativ ungestört leben. Hier werden diese nachtaktiven Erdenbewohner — 80 Prozent der Tiere sind nachtaktiv — nicht in ihrer Entwicklung gestört, denn Licht wirkt in der Nacht oft zerstörerisch, wenn die Menschen sie zum Tage machen. Im Nationalpark Eifel, den es in dieser Qualität nur 30 Mal auf dem Globus in ähnlicher Form gibt, können Lebewesen ihre Zellreparaturen vornehmen, schlafen tagaktive Menschen viel gesünder als in einer hell erleuchteten Metropole, in der wegen der vielen Lichtquellen nur selten ein Stern am Himmel gesichtet wird.

„Wir sind die Glücklichen“, sagte Harald Bardenhagen, „die heute Abend einen Blick auf die Milchstraße werfen können.“ Sehr interessiert zeigten sich besonders die Jüngsten beim Kapitel „Sternbilder“. Da wussten sie schon sehr viel, stellten intelligente Fragen, waren ganz Auge und Ohr. Gut zu erkennen, auch mit dem bloßen Auge, waren der „Schwan“, der „Große und der Kleine Wagen“, das „Sommerdreieck“ und der „Polarstern“. Für viele Tiere, berichtete Bardenhagen, seien Sterne und Sternbilder Orientierungshilfen.

Noch spannender wurde der Blick zu den Sternen mit den Geräten, die die Astronomen installiert hatten: das größte käuflich zu erwerbende Fernglas der Welt und ein recht starkes Teleskop. Da bekam das Staunen und Wundern angesichts des unendlichen Weltalls, wenn auch nur in einem winzigen Ausschnitt zu sehen, noch eine andere Qualität.