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Nietan fordert Erleichterung für Krankenhäuser: „Statt am Kopierer am Patienten arbeiten“

Nietan fordert Erleichterung für Krankenhäuser : „Statt am Kopierer am Patienten arbeiten“

„In normalen Zeiten ist das sinnvoll. Während der Corona-Epidemie sollten Krankenhäuser aber von Bürokratie entlastet werden und keine Abrechnungsprüfungen mehr stattfinden, die Zeit und Personal in den Krankenhäuser binden“, fordert der SPD-Bundestagsabgeordnete Dietmar Nietan.

„Wir müssen alles dafür tun, dass sich die Krankenhäuser auf die Behandlung von Corona-Patienten konzentrieren können“, betont Nietan. Zwar habe der Bundestag gerade erst die Prüfquote des Medizinischen Dienstes der Krankenkassen (MDK) bei Krankenhausabrechnungen von 12,5 auf fünf Prozent für 2020 gesenkt, aber „das reicht nicht, wie mir Mitarbeiter von Krankenhäusern aus Düren deutlich gemacht haben.“

Es dürfe nicht passieren, dass Mitarbeiter von Krankenhäusern am Kopierer stehen und Akten für den MDK vervielfältigen müssen, während jede Frau und jeder Mann am Patienten händeringend gebraucht wird, beschreibt Nietan die Befürchtungen plastisch. „Es besteht auch großes Unverständnis darüber, wieso in Corona-Zeiten dringend benötigtes medizinisches Personal des MDK im Home Office Krankenhausabrechnungen prüfen soll, während der Rest der medizinischen Berufe am Limit arbeitet.“ Zu allem käme hinzu, dass der MDK angekündigt habe, dass er noch aus 2019 viele Prüfaufträge abarbeiten müsse. „Ein solches Vorgehen ist in der Corona-Krise nicht haltbar“, kann Nietan nur mit dem Kopf schütteln.

Schreiben an Ministerien

Deshalb unterstützt er die Forderung der Krankenhäuser nach einer vollständigen Aussetzung der Abrechnungsprüfungen durch den MDK während der Corona-Epidemie. Auch solle geprüft werden, wie das medizinisch geschulte Personal des MDK bei der Bekämpfung der Epidemie eingesetzt werden kann, anstatt Rechnungen der Krankenhäuser zu kontrollieren. Diese Forderungen hat Dietmar Nietan in einem Schreiben an Bundesgesundheitsminister Jens Spahn und an NRW-Gesundheitsminister Laumann gestellt. Vom Bundesgesundheitsministerium wurde er bereits zu einem Gespräch eingeladen.