Düren: „Startklar” für den Einstieg ins Berufsleben

Düren: „Startklar” für den Einstieg ins Berufsleben

Was macht einen Beruf eigentlich aus? Diese Frage hat sich Eyüp Cubuk gestellt. Er wollte herausfinden, welche Fähigkeiten man braucht und welche Erwartungen an einen Bewerber gestellt werden.

Konkrete Vorstellungen hatte der heute 17 Jahre alte Schüler der Hauptschule Burgauer Allee nicht, als er vor drei Jahren erstmals am Projekt „Startklar” teilnahm.

Heute weiß der Schüler ganz genau, dass die Büro- und Verwaltungsarbeit sein Ding ist. Vieles hat er im Rahmen der Berufsqualifizierungsmaßnahme kennengelernt, doch weder für Werkstatt noch Frisierstube konnte er sich wirklich begeistern. „Heute weiß ich, was ich machen möchte”, sagt Cubuk. Er sei startklar für den Einstieg ins Berufsleben.

Unter der Federführung der „Quali-Tec” der Handwerkskammer Aachen und des Sozialwerks Dürener Christen wurde das Projekt „Startklar - mit Praxis fit für die Ausbildung” vor drei Jahren im Kreis Düren an sieben Hauptschulen gestartet. Finanziert wird das Projekt vom Bundesbildungsministerium, der Arbeitsagentur, dem NRW-Sozialministerium, dem Schulministerium und aus Fördertöpfen des EU-Sozialfonds.

In einem ersten Schritt lernte jeweils die komplette Jahrgangsstufe 8 mindestens drei Berufsfelder in der Praxis kennen, zudem hatten die Schüler die Möglichkeit, ihre Stärken und Schwächen in einer professionellen Potenzialanalyse ermitteln zu lassen. In den Schuljahren 9 und 10 konnten sich dann jeweils 20 Schüler pro Schule für den zweiten Schritt des Projekts bewerben.

Die Teilnehmer lernten vertieft den Berufsalltag in der Praxis kennen, sie erhielten gezielte Förderung und absolvierten ein Bewerbungstraining. „Die Praktika fanden außerhalb der Schulzeit statt. Da war viel Eigeninitiative gefragt”, sagt Projektbetreuer Christian Siebertz vom Sozialwerk. Zum Abschluss werden sich alle Teilnehmer potenziellen Arbeitgebern präsentieren.

Nur ein Drittel der Hauptschüler strebe nach dem Abschluss direkt eine Ausbildung an, berichtete Siebertz. Diese Schüler sollen mit „Startklar” gezielt auf den Wechsel von der Schule in den Beruf vorbereitet werden. „Die Anforderungen an die Schüler sind immer weiter gestiegen, zugleich herrscht großer Wettbewerb auf dem Ausbildungsmarkt”, beschreibt Siebertz die Ausgangslage.

Defizite der Jugendlichen sollen ausgeglichen werden, ihre Selbstständigkeit und ihr Selbstvertrauen sollen gestärkt werden, erklärt Schulsozialarbeiter Reiner Mörkens. „Startklar” soll die Schüler auch ganz gezielt mit dem Thema Berufswahl konfrontieren. „Vor zehn Jahren kam bei diesem Thema viel Rückenwind von der Familie. Heute ist es vielen Eltern leider egal”, sagt Schulleiter Stefan Wernerus. Die Vorbereitung auf die Zeit nach der Schulzeit werde immer wichtiger.

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