Düren: Stadtwerke-Geschäftsführer kritisiert „fahrlässige” Vorgehensweise

Düren: Stadtwerke-Geschäftsführer kritisiert „fahrlässige” Vorgehensweise

Einen Tag nach der Veröffentlichung eines Preisvergleichs zwischen den Erdgasversorgern des Landes durch das Landeswirtschaftsministeriums hat Heinrich Klocke, Geschäftsführer der Stadtwerke Düren /SWD), noch einmal massive Kritik an der Vorgehensweise des Ministeriums geübt.

Die Stadtwerke gehören zu den 19 „preisauffälligen” Versorgern, gegen die die Kartellbehörde nun ermittelt (wir berichteten).

„Vor viereinhalb Jahren habe ich die Geschäftsführung der Stadtwerke übernommen. Seit dieser Zeit setze ich mich persönlich dafür ein, unseren Kunden Energieprodukte zu einem fairen Preis-/Leistungsverhältnis anzubieten. Die Preise sollten mindestens im Mittelfeld der NRW-Unternehmen liegen”, sagt Klocke. Gleichzeitig hätten die Stadtwerke die Transparenz bei der Preisbildung deutlich verstärkt. „Umfragen belegen, dass dies von unseren Kunden positiv gewürdigt wird”, betont Klocke. Umso unverständlicher sei die Vorgehensweise beim Gaspreisvergleich des Wirtschaftsministeriums. „Es greift auf falsche Daten eines externen Dienstleisters zurück. Schwerwiegender noch: Vor der Veröffentlichung der Ergebnisse werden die ermittelten Informationen der zunächst 19 betroffenen Unternehmen nicht nochmals geprüft. Das halte ich für fahrlässig”, ärgert sich der Geschäftsführer über die „Vorverurteilung”.

Ziel des Ministeriums sei es gewesen, die jeweils günstigsten Tarife der Anbieter zu vergleichen. „Dies ist bei uns nicht erfolgt. Man hat auf einen alten Tarif zurückgegriffen, der von uns seit langem nicht mehr beworben wird. Unser aktueller Tarif „evivo erdgas plus” fand dagegen keine Berücksichtigung. Mit diesem liegen wir preislich NRW-weit im Mittelfeld”, betont Klocke. Dies könne für die Stadtwerke nicht nur einen großen Image- sondern auch einen beträchtlichen wirtschaftlichen Schaden bedeuten. „Letztlich sind aber vor allem unsere Kunden irritiert - und das auch noch zu Unrecht. Die letzte Preiserhöhung liegt über anderthalb Jahre zurück. Seither wurde der SWD-Erdgaspreis drei Mal gesenkt”, erinnert Klocke.

Der SWD-Chef verweist abschließend auf „nur sehr niedrige Wechselraten” und die im Januar erfolgte Auszeichnung zum „TOP-Lokalversorger” durch den Internetvergleichsrechner „Energieverbraucherportal”. Dieses bewerte neben dem Preis auch den Service und das lokale und Umweltengagement eines Versorgers.

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