Düren: Stadtwerke Düren wollen weiter auf die Region schauen

Düren : Stadtwerke Düren wollen weiter auf die Region schauen

Als in Berlin entschieden wurde, ein neues Heimatministerium mit Horst Seehofer zu besetzen, hat vermutlich niemand an Düren und die Stadtwerke gedacht. Und trotzdem steht das eine mit dem anderen gewissermaßen in einem Zusammenhang, weil die SWD auch auf Heimat, auf die Region setzen.

Immer schon versteht sich der lokale Stromanbieter mit seinen 60.000 Kunden als ein Unternehmen, das vor allem auf Regionalität setzt. Wie stark die lokale Verbundenheit tatsächlich ist, ließen die Stadtwerke jetzt von einer Unternehmensberatung in Form einer Standortbilanz untersuchen.

„Regionalität ist das neue Grün“, sagte der Leiter der Studie, Dr. Bernd Sauren, am Dienstag. Vor einiger Zeit hätten viele Energieversorger auf umweltfreundlichen Strom gesetzt, nun stünde der Blick auf die eigene Region oft oben an. Die SWD gehören seit einigen Jahren wieder mehrheitlich der Stadt Düren (51 Prozent), der Rest ist nach wie vor in Besitz von RWE.

Die Übernahme der Anteile damals wurde von der Stadt auch damit begründet, eine höhere Identifikation der Menschen mit den SWD zu erreichen. „Wir setzen zum Beispiel bei der Auftragsvergabe stark auf das lokale Umfeld“, sagte SWD-Geschäftsführer Heinrich Klocke. Unter anderem wird das durch einen Wert deutlich: Von jedem Euro, den die SWD einnehmen, fließen 22 Cent zurück in die Region. Das sind Investitionen, die im Auftrag der Stadtwerke über örtliche Unternehmen abgewickelt werden. Das sind aber zum Beispiel auch Steuern, die das Unternehmen vor Ort entrichtet oder ein Teil des Gewinns, der an die Stadt Düren fließt.

In Zahlen bedeutet das: 32 Millionen Euro bleiben in der Region. Das sind sieben Millionen Euro mehr als 2011. Damals haben die SWD schon einmal eine Standortbilanz erarbeiten lassen. Und noch ein Wert wurde am Dienstag in den Vordergrund gerückt, um Regionalität auszudrücken. Die SWD selbst haben 260 Beschäftigte. Insgesamt sichere das Unternehmen aber 600 direkte und indirekte Arbeitsplätze“, sagte Studienleiter Sauren. Dazu zählen Handwerker, die im Auftrag der SWD arbeiten genauso wie die Stadtwerkebeschäftigten selbst, die Geld in der Region ausgeben und damit Arbeitsplätze in anderen Branchen fördern.

Ausdruck regionaler Verbundenheit sei auch die hohe Zahl an Auszubildenden. 2001 waren es 13, nun seien es 19. „Wir sind zufrieden mit der Analyse“, sagte Heinrich Klocke. Die Ergebnisse trügen nicht nur dazu bei, das Image des Unternehmens zu fördern, sondern sollen auch das Selbstbewusstsein der Mitarbeiter stärken.

Der Begriff Heimat kann wieder mehr in den Fokus rücken. Dazu wird sicher auch Horst Seehofer in Berlin beitragen.

(inla)