Stadtrat Düren entscheidet über Zahl der Fahrspuren

Euskirchener Straße : Stadtrat Düren entscheidet über Zahl der Fahrspuren

Ist eine Reduzierung der Fahrspuren auf der Euskirchener Straße zwischen „Am Krausberg“ und dem Friedrich-Ebert-Platz von vier auf zwei erforderlich, um ein Dieselfahrverbot zu vermeiden, oder ist es kontraproduktiv und sorgt für eine Erhöhung der Stickstoffdioxid-Belastung?

In der äußerst kontrovers diskutierten Frage muss bekanntlich der Stadtrat in der kommenden Woche entscheiden, weil die CDU die im Verkehrs- und Bauausschuss von der „Ampel“ bereits beschlossene Fahrspurreduzierung noch einmal auf die Tagesordnung gesetzt hat.

„Bei der Verhandlung über den Luftreinhalteplan vor dem Oberverwaltungsgericht Münster müssen Bezirksregierung und Stadt darlegen, mit welchen Maßnahmen der Grenzwert von 40 Mikrogramm je Kubikmeter Luft kurzfristig eingehalten werden kann“, begründet Tiefbauamtsleiter Heiner Wingels in einer Ergänzung seinen Vorstoß.

Während zur Wirkung des Anfang November eingeführten Lkw-Fahrverbots bislang keine belastbaren Zahlen vorlägen, geht Wingels davon aus, dass eine Verringerung der Fahrspuren die Stickstoffdioxid (NO2)-Belastung um fünf bis zehn Prozent mindere.

14 Mikrogramm über Grenzwert

Auf Basis der vorläufigen Ergebnisse der Luftmessungen weist das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW (LANUV) für 2018 an der Euskirchener Straße einen Jahresmittelwert von 54 Mikrogramm aus, 14 über dem Grenzwert. Anfang des Jahrzehnts lag der Wert noch bei mehr als 70 Mikrogramm, so dass 2013 ein Luftreinhalteplan aufgestellt werden musste. Die Messwerte für November und Dezember, und damit die seit Einführung des LKW-Fahrverbots, lägen mit 38,8 und 44,6 Mikrogramm zwar deutlich unter den 2017er Vergleichswerten, teilt Wingels mit. „Das LANUV und die Bezirksregierung Köln als planaufstellende Behörde raten von der Auswertung von einzelnen Monaten in Bezug auf die Wirkung einer Maßnahme aber dringend ab“, schreibt Wingels. Für eine belastbare Aussage, seien mindestens sechs Monate erforderlich.

Im Übrigen sieht der Amtsleiter keine Probleme bei Rettungseinsätzen, sollten die Fahrspuren reduziert werden, da aufgrund der Radfahrerschutzstreifen in jeder Richtung eine Fahrbahnbreite von 5,50 Meter bleibe. Und weil die vorgesehenen Parkplätze wohl nur von Anwohnern genutzt werden, sieht er auch keine Staugefahr durch häufiges Ein- und Ausparken. Vielmehr ist Wingels überzeugt, dass mit der Fahrbahnreduzierung der Verkehr abnehmen wird. Zudem würden sich die verbleibenden Fahrbahnen drei Meter von der Messstelle entfernen.

(ja)
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