Düren: Stadtmuseum öffnet erstmals die Tore

Düren: Stadtmuseum öffnet erstmals die Tore

Eine Stunde und 48 Minuten lang hatte Düren mit seiner mehr als 1250 Jahre alten Geschichte ein Stadtmuseum. So lange nämlich öffnete der Trägerverein Stadtmuseum Düren am Montagabend die Räume an der Arnoldsweilerstraße, in denen derzeit eine zentrale Anlaufstelle für die Stadthistorie entsteht.

Das lange Zeit in die Kategorie Zukunftsmusik einzuordnende Projekt ist mittlerweile auf 300 Quadratmetern sehr konkret geworden. Bis zum Herbst, so die vorsichtig-optimistische Schätzung von Bernd Hahne, dem stellvertretenden Vorsitzenden des Trägervereins und Vorsitzenden der Dürener Geschichtswerkstatt, sollen die Arbeiten beendet sein. Dann kann das Museum seine Pforten öffnen. Auch länger. Wesentlich länger.

Was genau zu sehen sein wird, daran wird in dem gerade einen Monat alten Trägerverein noch gearbeitet. Zur Dauerausstellung soll in jedem Fall eine Zeitleiste der Stadt gehören, von den Anfängen in der Merowingerzeit bis in die jüngste Vergangenheit.

Was nicht entstehen soll, ist bereits klar: eine folkloristische Sammlung. Hier ein Hirschgeweih, dort ein Schießprügel aus dem Mittelalter, im anderen Raum eine alte Nähmaschine. „Wir sind keine Jäger und Sammler, die stolz auf eine möglichst große Anzahl von Ausstellungsgegenständen sind”, sagt Bernd Hahne. Das Gezeigte soll wissenschaftlich aufbereitet werden, aber Museum und Verein kein Exklusiv-Club für Akademiker sein.

Nicht für die Dürener, sondern mit ihnen - so lautet das inoffizielle Motto des Trägervereins. Die Mitglieder setzen dabei auf ein bürgerschaftliches Engagement, das einst auch die Gründungen anderer Kultureinrichtungen in der Stadt möglich gemacht hatte. Eine Tradition, die im neuen Museum fortgesetzt werden soll.

Alle Bürger, Sammler und Geschichtsinteressierte sind daher herzlich eingeladen, sich im Verein zu engagieren, Gegenstände zu schenken oder zu leihen. „Wir wissen nicht, was auf uns zukommt. Aber wir schauen uns alles an”, sagt Stadtarchivar Helmut Krebs, ebenfalls Mitglied im Trägerverein. Das Museum habe jedoch nicht den Etat und werde auch nie den Etat haben, Gegenstände anzukaufen. „Wir wollen ein Treffpunkt für Leute sein, die sich für Stadtgeschichte interessieren. Aber niemals eine Adresse für gute Geschäfte”, betont Bernd Hahne.

Dienstags Treffen in der Arnoldsweilerstraße

Der Trägerverein sucht noch Mitglieder, Helfer und Menschen die das Museum mit einer Leihgabe unterstützen möchten. Die Postanschrift lautet Arnoldsweilerstraße 38, 52351 Düren. Telefonisch ist das Museum unter Tel.: 02421 - 26 27 7 74 zu erreichen.

Jeden Dienstag treffen sich die Mitglieder ab 18 Uhr im Museum. Interessierte sind willkommen.

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