Düren: Stadthallen-Erbbaurecht: Zwangsversteigerung vom Tisch

Düren: Stadthallen-Erbbaurecht: Zwangsversteigerung vom Tisch

Der für Mittwoch angesetzte Termin für die Zwangsversteigerung des Erbbaurechts auf dem Stadthallen-Gelände ist gegenstandslos. Wie das Amtsgericht Düren auf Nachfrage bestätigte, sind die erforderlichen Zahlungen am Dienstagnachmittag bei der zuständigen Gerichtskasse eingegangen.

In letzter Minute haben damit der alte und der neue Inhaber des Erbbaurechts die Forderungen der Stadt Düren (Grundbesitzabgaben) und der Gerichtskasse Köln aus einem früheren Verfahren in Höhe von gut 150.000 Euro beglichen.

Landrat Wolfgang Spelthan, der mit der kreiseigenen Gesellschaft für Infrastrukturvermögen (GIS) und einem Euskirchener Investor auf dem Areal neben einem 4-Sterne-Hotel mit Tagungszentrum auch Eigentumswohnungen und -praxen errichten will, sprach von einem wichtigen Etappensieg auf dem Weg zur Realisierung des von der Dürener Politik einstimmig befürworteten Bauvorhabens.

Hinter den Kulissen müssen bis Montagabend die Telefondrähte geglüht haben, um die Zwangsversteigerung zu verhindern. Die hätte eine Umsetzung der Pläne zwar nicht unmöglich gemacht, aber mit Sicherheit erheblich verzögert. Im nächsten Schritt müssen nun noch die im Grundbuch vorhandenen Rechte Dritter abgearbeitet werden, kündigte Spelthahn an.

Entscheidender Schritt sei dann der Fall des Denkmalschutzes, der einer Bebauung bislang im Wege steht. In beiden Fällen ist der Landrat optimistisch. Gutachten würden belegen, dass die Stadthallen-Ruine mit wirtschaftlich vertretbarem Aufwand nicht mehr zu retten sei. Auch Dürens Baudezernent Paul Zündorf ist guten Mutes, das Problem zu lösen, will aber nicht ins Detail gehen. Nach DZ-Informationen will die Stadt als Untere Denkmalbehörde Anfang Februar das Benehmen mit dem Amt für Denkmalpflege des Landschaftsverbands Rheinland suchen.

Die Politik begrüßte die Entwicklung, auch wenn noch ein „hartes Stück Arbeit vor uns liegt“, wie CDU-Fraktionschef Stefan Weschke betonte. „Ohne zu sehr ins Detail gehen zu können, bleibt festzuhalten, dass der von uns vor Monaten eingeleitete Kontakt zur Investorengruppe Ten-Brinke das Stadthallenproblem überhaupt erst und auch jetzt im konkreten Fall wieder lösbar gemacht hat “, betonten die SPD-Politiker Henner Schmidt und Liesel Koschorreck.

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