Düren: Stadthalle und Erbbaurecht wechseln Besitzer

Düren: Stadthalle und Erbbaurecht wechseln Besitzer

In der schier unendlichen Geschichte rund um die Stadthalle wird wieder ein neues Kapitel aufgeschlagen. Die Stadt Düren muss sich offenbar auf einen neuen Gesprächspartner einstellen. „Wir haben das Erbbaurecht und die Immobilie an die Ten-Brinke-Gruppe verkauft“, teilte Hermann-Josef Schneider, Geschäftsführer der „Real invest Parkhotel Düren GmbH“, gestern mit.

Die Zustimmung der Stadt bezüglich des Erbbaurechts stehe zwar noch aus, für einen Widerspruch aber gebe es aus seiner Sicht keinen Grund, der einer juristischen Überprüfung standhalte, ist Schneider überzeugt. Er ist sicher, dass das Amtsgericht Düren dies schon bald feststellen werde.

Sollte sich das Verfahren in die Länge ziehen, kündigt Schneider an, Geschäftsanteile der „Parkhotel Düren GmbH“ an Ten Brinke, der eine eigene Gesellschaft für das Projekt in Düren gegründet hat, zu verkaufen, damit der Besitzerwechsel über die Bühne geht.

Mit Blick auf die laufende juristische Auseinandersetzung und mehrere vor Gericht anhängige Verfahren im Zusammenhang mit dem Stadthallengrundstück und dem bislang gescheiterten Versuch, das Areal zu bebauen, wollte Dürens Baudezernent Paul Zündorf die neue Entwicklung gestern nicht kommentieren. Auch CDU-Fraktionschef Stefan Weschke, Vorsitzender des Stadtentwicklungsausschusses, hielt sich zurück, sprach lediglich von einer Drohkulisse, die schon länger im Raum stehe, ohne sich an den Spekulationen über die Folgen eines Verkaufs beteiligen zu wollen.

Schneider widerspricht derweil der CDU-Darstellung, dass ein Hotel in den neuen Überlegungen der Ten-Brinke-Gruppe überhaupt keine Rolle spiele. „Die Pläne sehen ein Hotel mit der Maßgabe vor, dass sich ein Betreiber findet“, erklärt Schneider. Er spricht von einem 60-Zimmer-Haus im Vier-Sterne-Segment mit Veranstaltungsfläche und sogar von zwei möglichen Betreibern, mit denen Gespräche geführt würden.

Am Montagabend hatte ein Ten-Brinke-Vertreter der CDU die neuen Überlegungen — eine reine Kaufland-Lösung war bereits im Dezember auf Ablehnung gestoßen — nähergebracht und dabei offenbar weniger überzeugend über die Machbarkeit eines Hotels in Verbindung mit Einzelhandel gesprochen, so dass er die CDU trotz wohlklingender Namen wie der Spielwarenkette „Toys R us“ und dem Sportartikelkette „Intersport“ nicht überzeugen konnte.

Eine reine Einzelhandelslösung lehnt die CDU weiter kategorisch an dieser Stelle ab, um die Innenstadt als zentralen Versorgungsbereich nicht zu schwächen, betont Weschke. Sollte sich aber eine Lösung im Sinne des einst ausgehandelten Erbbauvertrages, der bekanntlich ein Hotel vorsieht, ergeben, sehe die Sacher anders aus.

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