Niederau: St. Cyriakus wird zur Grabeskirche umgebaut

Niederau: St. Cyriakus wird zur Grabeskirche umgebaut

In Kürze beginnen in der Kirche St. Cyriakus die Umbauarbeiten zur Grabes- und Auferstehungskirche. Am Wochenende wurden die Gemeindemitglieder über die Planungen und die anstehenden Arbeiten informiert.

„Wir haben eine würdige Lösung gefunden, die den Veränderungen in der Gesellschaft entspricht“, sagt Pfarrer Ernst-Joachim Stinkes. Im Rahmen des kirchlichen Immobilienmanagements wurde in der Pfarre St. Lukas beschlossen, die Niederauer Kirche St. Cyriakus in eine Grabeskirche umzuwandeln, um auf die sinkende Zahl der Gottesdienstbesucher zu reagieren. Die Pläne seien unter „reger Beteiligung“ des Niederauer Gemeindeausschusses erarbeitet worden.

Pfarrer Ernst-Joachim Stinkes (links) und Dr. Ulrich Flatten vom Kirchenvorstand stellen die Pläne vor,

„Wir schließen die Kirche nicht“, betont Pfarrer Stinkes. „St. Cyriakus bleibt als würdevolle Begräbnisstätte und Ort, an dem Gottesdienste gefeiert werden, erhalten.“ Gleichzeitig werde das Angebot der Trauerpastoral in der Gemeinde „wesentlich erweitert“. Die Nachfrage nach würdevollen und zugleich pflegeleichten Begräbnisstätten nehme zu, ist auch Dr. Ulrich Flatten vom Kirchenvorstand überzeugt. „Während des Trauergottesdienstes werden die Urnen versenkt, die Grabstelle geschlossen. Wir wissen, dass für viele Angehörige ein tröstliches Ende wichtig ist“, erklärt Stinkes. Dazu gehörten auch Gottesdienste, um Verstorbener zu gedenken.

1111 Grabstätten sollen in drei Ausbaustufen errichtet werden, erläuterte Flatten. Im ersten Schritt werden die Bänke und der Holzboden entfernt, ein neuer Bodenbelag für die Grablegen aus Metall muss vorbereitet werden. Die erste Ausbaustufe, bei der 383 Grabstellen entstehen, kostet 395.000 Euro. Mäanderbänder deuten bis zur Fertigstellung aller Grablegen, die nach Bedarf erfolgt, den Fluss des Lebens an. Anonyme Bestattungen wird es nicht geben, Angehörige können für die Gestaltung der Grabplatte unter verschiedenen Steinen auswählen. Auch besteht die Möglichkeit, Lichter aufzustellen. „Wir haben uns bewusst gegen Stelen oder hohe Wände für die Urnen entschieden“, sagt Stinkes.

Am 4. Juli wird St. Cyriakus entwidmet, das Allerheiligste in die Alte Kirche übertragen. Bis zu 80 Sitzplätze soll das 1905 errichtete Gotteshaus nach dem Umbau (Infokasten) noch haben und durchaus auch für Veranstaltungen rund um das Thema Trauer und Abschied zur Verfügung stehen.

(sj)
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