Erstes Teilstück Anfang Juli fertig: Sperrung der B56 führt zu Staus zwischen Kreuzau und Innenstadt

Erstes Teilstück Anfang Juli fertig : Sperrung der B56 führt zu Staus zwischen Kreuzau und Innenstadt

Berufspendler aus Kreuzau und Dürens Süden müssen in diesen Wochen oft Geduld aufbringen: Die Sperrung der B56 führt in den Stoßzeiten zu langen Staus. Immerhin liegen die Bauarbeiter im Soll: Beim Landesbetrieb „Straßen.NRW“ geht man davon aus, dass der Abschnitt zwischen Stockheim und der Automeile wie geplant am 7. Juli freigegeben werden kann.

Schon jetzt hat sich die Lage nach Aussage von Kreuzaus Bürgermeister Ingo Eßer (CDU) etwas entspannt. Der Ort ist von der Sperrung besonders betroffen. Viele Menschen aus dem Südkreis nutzen die Bundestraße üblicherweise, um zur Autobahn 4 zu gelangen. Ihnen bleibt als Ausweichstrecke nun die Fahrt durch die Kreuzauer Ortsmitte. Auch andere Orte sind deutlich stärker belastet als üblich. Der Verwaltungschef hat eine gewisse Entspannung ausgemacht: „Die ortskundigen Autofahrer wählen inzwischen eine andere Route und haben sich auf die Sperrung eingestellt.“ Eßer kritisiert jedoch, dass man als Gemeinde erst kurzfristig informiert worden sei. „Die Kommunikation ist verbesserungswürdig“, meint er, schließlich rufe der Bürger oft in den jeweiligen Rathäusern an, um Informationen zu erhalten.

Dem Vorwurf, die Gemeinden seien nicht vorzeitig in Kenntnis gesetzt worden, widerspricht Arnd Meyer von „Straßen.NRW“: „Die Maßnahme ist mit mehreren Beteiligten vorher geplant worden.“ Unter anderem waren der Kreis Düren, die Polizei und der Aachener Verkehrsverbund eng eingebunden. Das Verfahren ist bei größeren Maßnahmen Standard und passiert vor der Ausschreibung, die im Februar erfolgt ist. Bei solchen Terminen mit anderen Behörden werden auch Umleitungsstrecken diskutiert und erforderliche Ersatzverkehre besprochen. Allerdings könne man nicht jede Gemeinde im Umfeld explizit benachrichtigen, räumt Meyer ein.

Warum nicht in den Sommerferien?

Für etwa 1,5 Millionen Euro wird auf der Bundesstraße 56 nicht nur der Belag erneuert, vor allem die Radwege waren in einem schlechten Zustand. „Dort bestand dringender Handlungsbedarf“, sagt Meyer. Zwischen Düren und Soller laufen die Arbeiten inzwischen. Bis Anfang Juli soll der erste Abschnitt fertig sein, die letzten Bagger sollen am 10. August die Baustelle verlassen haben. Dann endet voraussichtlich die Sperrung. Bei vielen Fahrern wirft dies die Frage auf, warum man nicht die gesamte Baumaßnahme in die Sommerferien gelegt hat, wenn der Verkehr erfahrungsgemäß abnimmt. Meyer entgegnet, dass auch die Baufirmen von den Ferien betroffen seien und die Kapazitäten nicht ausreichen, um alle Arbeiten in sechs Wochen zu erledigen. Dass dies wünschenswert sei, räumt Meyer allerdings ein.

Angekündigt war, dass die Sperrung auch den Busverkehr beeinflusst: Die Linien 231 und SB 98 können voraussichtlich bis zum 13. August das Gewerbegebiet Stockheim sowie die Haltestellen „Schneiders“, „Rudolf-Diesel-Straße“, „Kapelle“ und „Josefskirche“ nicht anfahren. Der Ort Jakobswüllenheim wird derzeit auch nicht bedient. Als Ersatz wurden die Haltestellen „Sparkasse“, „Am Torfberg“ und „Friedrichstraße“ sowie die DKB-Haltestelle „Dechant-Bohnekamp-Straße“ eingerichtet.

Früher losfahren

Die Beeinträchtigungen aufgrund der Vollsperrung werden weiterhin zu spüren sein. Übrigens: Wer aufgrund von Staus zu spät zur Arbeit kommt, kann dafür belangt werden. Der Arbeitnehmer trage das Wegerisiko, heißt es in der derzeitigen Rechtssprechung. Darüber hinaus ist die Verkehrssituation im Süden von Düren aktuell bekannt.

Der Landesbetrieb bittet auch um Verständnis für den Lärm und Dreck, der aufgrund der Baumaßnahme entsteht. Dass diese nun erfolgt, ist auch im Sinne von Anwohnern: „Besonders in Soller kam es in der Vergangenheit immer öfter zu Beschwerden über verkehrsbedingte Lärmbelästigungen für die Anwohner durch den schlechten Fahrbahnzustand“, heißt es in der Mitteilung von „Straßen.NRW“. Ab Mitte August wird es ruhiger auf der B56 bei Soller.