Düren: SPD: Wohnmodule für Flüchtlinge als letzte Alternative

Düren: SPD: Wohnmodule für Flüchtlinge als letzte Alternative

In einer kurzfristig einberufenen Mitgliederversammlung hat die Dürener SPD den Beschluss der „Ampel“-Koalition im Stadtrat befürwortet, Flüchtlinge in Zukunft auch in sogenannten Wohnmodulen unterzubringen.

„Angesichts der wachsenden Zahl von Flüchtlingen und Asylbewerbern scheinen die Möglichkeiten, für sie Häuser und Wohnungen im Bestand zu zumutbaren Bedingungen zu finden, nicht mehr auszureichen“, heißt es in einer Erklärung. „Wir müssen respektieren, dass Wohnmodule mit Fertighaus-Charakter errichtet und dafür Standorte ausgewählt werden müssen.“

Der Stadtrat hatte mit den Stimmen der „Ampel“ und der AfD beschlossen, Wohnmodule für jeweils 60 Flüchtlinge an der Brüsseler Straße, auf dem ehemaligen GFC-Sportplatz, an der Papiermühle in Gürzenich und an der Grundschule in Lendersdorf zu errichten, weil es sich abzeichnet, dass trotz Ankauf und Anmietung von Immobilien bis zum Jahresende mehr als 150 Plätze fehlen. In Lendersdorf hat sich daraufhin Protest formiert (wir berichteten). Die Wohnmodule sollen dort nach derzeitigem Stand auf den ehemaligen Tennisplätzen an der Wolffsgasse errichtet werden.

Maxime bleibt: Häuser nutzen

Die CDU hatte sich bislang nur für den Standort „Nickepütz“ in Gürzenich ausgesprochen und hofft, dass sich bis zur Ratssitzung am 17. Juni noch Alternativen ergeben.

Auch die SPD fordert, die Zusammenarbeit mit den städtischen Wohnungsbaugesellschaften zu intensivieren und alle Anstrengungen zu unternehmen, sozialverträglichen Wohnraum für Flüchtlinge und Asylbegehrende zu schaffen. Man verkenne nicht, dass Flüchtlinge in der Bevölkerung Befürchtungen auslösen können, heißt es in der Erklärung weiter.

„Die Sorgen können wir nur überwinden, wenn wir Flüchtlinge und Asylbewerber nicht in einem isolierten Wohnumfeld unterbringen und sich selbst überlassen. Deshalb bleibt auch unsere Maxime bestehen, ihnen in bestehenden Gebäuden Wohnraum zu beschaffen, der Begegnung und Nachbarschaft zulässt.“ Die Genossen fordern auch eine verbesserte soziale und psychosoziale Beratung für traumatisierte Flüchtlinge, Unterricht für junge Flüchtlinge und einen besseren Zugang zur Gesundheitsversorgung.

„Die Aufnahme von Flüchtlingen zählt zu den größten Herausforderungen der Gegenwart, der wir uns auch in Düren stellen müssen und wollen“, betont die SPD-Stadtverbandsvorsitzende Liesel Koschorreck.

(ja)
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