Sparkasse Düren durchbricht 4-Milliarden-Schallmauer

Gewinn-Plus von 60 Prozent : Sparkasse Düren durchbricht 4-Milliarden-Schallmauer

Die Bilanz 2018 der Sparkasse Düren liest sich wie ein Spiegelbild der gesamtwirtschaftlichen Situation. Die Bank stellt fest, dass der Arbeitsmarkt belebt ist, viele mehr im Portemonnaie haben als früher, dass es weniger Insolvenzen gibt und die Menschen bestrebt sind, Eigentum zu schaffen. Das zeige sich vor allem im Immobilien-Kreditgeschäft, aber auch bei den in Anspruch genommenen Liquiditätskrediten von Unternehmen und Privatkunden.

Geld zum Bauen war stark nachgefragt, während die „Dispo“-Linien deutlich weniger ausgenutzt wurden. Kurzversion der wichtigsten Geschäftsdaten: Der Gewinn ist um fast fünf Millionen auf 13 Millionen Euro gestiegen, die Bilanzsumme hat erstmals in der Geschichte der Sparkasse Düren die Grenze von vier Milliarden Euro überschritten.

„Das zufriedenstellende Ergebnis von 2017 konnten wir veredeln“, lautete die Bewertung des Vorstandsvorsitzenden Uwe Willner, der mit seinen Kollegen Udo Zimmermann und Gregor Broschinski am Montag bei den Geschäftskennzahlen nur eine Entwicklung skizzierte: „Wachstum in allen Bereichen.“ Die „Veredelung“ besteht in einem mehr als 60-prozentigen Gewinnwachstum von 8,1 Millionen 2017 auf rund 13 Millionen im vergangenen Jahr.

Grundsätzlich ist die Marktsituation für Banken tendenziell schwierig, von daher ist die Gewinnsteigerung keine Selbstverständlichkeit. Willner erklärte sie „mit der harten Arbeit aller 666 Mitarbeiter“ und mit der Tatsache, dass bei einer gesteigerten Bilanzsumme eben auch mehr Gewinn hängen bleibe, obwohl sich die Margen verkleinert hätten.

Die Sparkasse hat 2018 Spenden und Sponsoring in Höhe von 2,5 Millionen Euro geleistet. Diesen Betrag plus 13 Millionen Euro Überschuss und rund zehn Millionen Euro gezahlter Steuern bezeichnete Willner als eine „Bürgerdividende“ von gut 25 Millionen Euro. Der Gewinn ist in der Vergangenheit immer zur Hälfte an die Gesellschafter Stadt und Kreis Düren ausgeschüttet worden. Wenn die Gremien dieser Tradition folgen, fließen also rund 6,5 Millionen Euro in die Kassen der Körperschaften.

Der Bauboom und die Nachfrage nach Wohneigentum sind im ganzen Land ungebrochen. Das zeigt sich bei der Sparkasse zum einen in einer hohen Nachfrage nach Immobiliendarlehen, die im Geschäftsjahr 2018 einen neuen Höchststand erreicht haben: 264,2 Millionen Euro wurden im Kreis Düren bewilligt, berichtete Vorstandsmitglied Udo Zimmermann. Während die Konzepta GmbH als Tochterunternehmen in der Vergangenheit immer auf einen Bestand an Objekten blickte, die über Zwangsversteigerungen erworben wurden, sei das inzwischen anders. „Der Bestand ist null“, sagte Uwe Willner. Dennoch haben sowohl Konzepta als auch die S-Immobilien GmbH ihre „sehr gute Marktposition“ im einem Gesamtvolumen von rund 20 Millionen Euro behaupten können.

Mehrfamilienhäuser in Jülich

Die Konzepta geht laut Willner und Zimmermann nun dazu über, Wohn- und Geschäftshäuser zu entwickeln und zu bauen. In Niederzier (Weiherhof) und in Düren (Valencienner Straße) entstehen Objekte mit 13 Wohn- und zwei Geschäftseinheiten. In Jülich auf dem Gelände der Alten Fachhochschule will das Tochterunternehmen mit der Stadtentwicklungsgesellschaft gleich sechs Mehrfamilienhäuser mit 44 Wohneinheiten errichten lassen.

Dr. Gregor Broschinski bewertete bei der Bilanzvorstellung die Online-Aktivitäten der Sparkasse für den Vorstand.

Die „Internetfiliale“ sei die größte des Unternehmens mit 50 Millionen Zugriffen (Vorjahr 47 Millionen) und habe sich 2018 wieder unter den besten Websites Deutschlands platzieren können.

Die Nutzung der Sparkassen-App sei ebenfalls über mobile Endgeräte signifikant gestiegen: von 9 auf 12,5 Millionen Zugriffe. Das im Jahr 2016 aufgebaute Dialogcenter der Sparkasse wird, so Broschinski, stark angenommen, wie 230.000 Kundentelefonate belegten. Über diesen Kanal sind im vergangenen Jahr fünf Prozent des gesamten Absatzes an Privatkrediten abschließend abgewickelt worden.

Filialnetz stabil

Was bringt die Zukunft für die Kunden und Beschäftigten des Unternehmens? Geplant ist laut Vorstandschef Uwe Willner, dass es keine weiteren Veränderungen des Filialnetzes gibt (bis 2020 festgeschrieben) – mit der Ausnahme, dass eines der beiden Fahrzeuge, die 52 Haltepunkte im Kreis ansteuern („mobile Filialen“), durch ein neues ersetzt worden ist.

Die Jahresplanung sieht laut Willner zudem einen Stellenabbau um zehn Prozent und eine stärkere Digitalisierung der Prozesse vor. Zudem testen gerade 40 Frauen und Männer einen Arbeitsplatz im „Homeoffice“, also zu Hause.

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