Düren: „Solo für 2“: Die unterhaltsamste Form, an Jodtabletten zu kommen

Düren: „Solo für 2“: Die unterhaltsamste Form, an Jodtabletten zu kommen

Fast vier Jahrzehnte lang hat der Aachener Manfred Savelsberg in Düren gearbeitet, zuletzt als Leiter des städtischen Jugendamtes. Die Stadt ist ihm bestens bekannt, viele Dürener kennen ihn. Und dennoch ist es für den 66-Jährigen eine besondere Premiere, am Donnerstagabend in der Fabrik für Kultur und Stadtteil mit seinem Sohn Jan auf der Bühne zu stehen.

„Solo für 2“ heißt das neue, generationenübergreifende Kabarettprogramm, das Vater und Sohn vorstellen. „2015 haben wir in Düren schon einmal eine Benefizvorstellung gegeben, ein ‚Best of‘“, sagt Manfred Savelsberg. Da es für einen guten Zweck war, hätten alle geklatscht, niemand habe Tomaten geworfen. Am Donnerstag wird es hingegen ernst. „Ich freue mich darauf“, versichert Savelsberg senior.

Auf der Bühne tummelt sich der ehemalige Amtsleiter seit fast 50 Jahren. Er ist seit 1970 beim Aachener Karnevalsverein „Tropi-Garde“ aktiv, hat bei der „Alt Aachener Bühne“ mitgewirkt und die Kabarettgruppe „Oecher Noelde“ mitgegründet. Seit einigen Jahren steht er mit seinem Sohn Jan (35), einem Theater- und Politikwissenschaftler, auf der Bühne. Etwa fünf gemeinsame Auftritte haben Vater und Sohn im Jahr. Als musikalischen Begleiter nehmen sie den Pianisten Claus Thormählen mit auf Tournee.

Aktuelles Zeitgeschehen, Politik, Horst Seehofer, die Flüchtlingswelle, Alltagsgeschichten und heitere Begebenheiten zwischen Jung und Alt — Vater und Sohn wollen ihre Zuhörer nachdenklich stimmen und unterhalten zugleich. „Selbstverständlich werden wir auch versuchen, einige Dürener Themen einzubauen“, verrät Manfred Savelsberg. Die aktuelle Lokalpolitik gebe dafür ja einige Ansatzpunkte. Angesichts der umstrittenen belgischen Atomkraftwerke Tihange und Doel beabsichtigen Vater und Sohn, neben bissigen Kommentaren vorsorglich auch einige Jodtabletten unter das Volk zu bringen.

Kabarett ist bei Savelsbergs echte Familienarbeit. Jan Savelsberg und Mutter und Ehefrau Marlene sind die Texter. „Jan hat ein Gespür für die Themen, die beim Publikum ankommen. Und er kann innerhalb kürzester Zeit ganze Nummern bühnenreif schreiben“, zollt Savelsberg seinem Sohn und Bühnenpartner höchsten Respekt. „Ich kann mich hundertprozentig auf ihn verlassen, das gibt Sicherheit“, sagt der Vater.

Sohn Jan schätzt an seinem Vater besonders dessen Fähigkeit, „Texte auch umsetzen zu können“. Er sei ein „Urgestein auf der Bühne“, lasse sich so schnell nicht aus der Ruhe bringen. Die größte Schwäche des Vaters sei es hingegen, „dass er nicht ohne Bühne kann“, sagt Jan Savelsberg augenzwinkernd.

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