Düren: Sohn angeklagt: Konto der dementen Mutter angezapft

Düren: Sohn angeklagt: Konto der dementen Mutter angezapft

Eine Reihe von Ungereimtheiten beschäftigt das Amtsgericht Düren. Vom Konto einer jetzt 74 Jahre alten Frau, der die Ärzte fortgeschrittene senile Demenz attestieren und die in einer Senioreneinrichtung lebt, wurden zwischen Oktober 2013 und März 2014 mehrfach Geldbeträge abgehoben, deren genauer Verbleib ungeklärt ist.

4210 Euro kamen abhanden. Juristisch relevant wurde die Angelegenheit auch deshalb, weil die Dürener Senioreneinrichtung, in der die Frau seit dem Herbst 2013 lebt, damals offenbar von deren Angehörigen kein Geld erhalten haben soll.

Angeklagt ist der 48-jährige Sohn der Frau, der nach eigener Schilderung bis Ende 2013 in Düren wohnte und mittlerweile in Niedersachsen lebt. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm gewerbsmäßige Untreue vor. Er habe seine Kompetenzen als Betreuer eigenmächtig überschritten. Denn vom Bankkonto der Mutter wurde damals in fünfeinhalb Monaten 22-mal Geld abgehoben, je zwischen zehn und 600 Euro. Der Angeklagte räumt ein, Geld abgehoben zu haben.

Kleinere Beträge bis zu 50 Euro hätten er und sein mittlerweile in Hessen lebender Bruder mit Wissen der Mutter behalten dürfen beziehungsweise „von ihr zugesteckt bekommen“. Die dreistelligen Bargeldbeträge habe er der Mutter ausgehändigt. Von Niedersachsen aus seien für ihn die Besuche in Düren zeitlich und finanziell schwierig gewesen, so dass er seine Mutter nur alle paar Monate besucht hätte. Das Geld habe er ihr aber geschickt. Dies könne sein Bruder bezeugen.

Die Vorsitzende Richterin Verena Neft zeigt sich ob dieser Angaben skeptisch, zumal beispielsweise der Bruder ja ganz woanders wohnt. Zu den bereits erwähnten Ungereimtheiten passt, dass der Angeklagte sich zu den Vorwürfen nur noch äußern will, wenn sein Bruder als Zeuge aussagt, der 48-Jährige aber außer einem Ort bei Frankfurt/Main „im Moment keine Adresse parat hat“. Der Prozess wird am 11. Februar um 11.30 Uhr im Sitzungssaal 1.07 fortgesetzt. Dazu sollen der Bruder des Angeklagten sowie eine Sachbearbeiterin der Betreuungsstelle als Zeugen geladen werden.

(hp)
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