Düren: SLCR: Laser für die Automobilindustrie

Düren: SLCR: Laser für die Automobilindustrie

Der effiziente Umgang mit begrenzten Ressourcen ist eine der großen Herausforderungen unserer Zeit. Vor diesem Hintergrund finden in der Automobil- und Luftfahrtindustrie Leichtbaukonzepte schon vielfach Anwendung. Um einen breiten Einsatz von Leichtbaumaterialien zu erreichen, fehlt es derzeit für eine Vielzahl neuer Materialien aber noch an geeigneten Bearbeitungs-, Prüf- und Messverfahren.

Ein vom Bundeswissenschaftsministerium gefördertes Verbundprojekt soll es ermöglichen, eine wirtschaftliche, flexible und automatisierte Fertigung in Großserien umsetzen zu können. Das Dürener Unternehmen SLCR Lasertechnik ist neben Partnern wie der Adam Opel AG, ThyssenKrupp, ZF Friedrichshafen AG und den Instituten für Kraftfahrzeuge und für Schweiß- und Fügetechnik der RWTH Aachen daran beteiligt.

Bildungsstaatssekretär Thomas Rachel (CDU) überreichte den SLCR-Geschäftsführern Olav G. Schulz und Udo Freyaldenhoven einen Bewilligungsbescheid über 521 000 Euro für das Verbundprojekt. Das Dürener Unternehmen, das 20 Mitarbeiter beschäftigt und im vergangenen Jahr 2,5 Millionen Euro umgesetzt hat, ist auf Lasertechnik spezialisiert. Die Firma bietet unter anderem Laser und Lasersysteme zum Entlacken von Oberflächen, zum Markieren und zum Reinigen an. Auch bei der Restaurierung von Gebäuden kommen Laser zum Einsatz.

Beim Verbundprojekt wird die Vorbereitung von Materialien in der Automobilindustrie im Fokus stehen. Ziel ist es, beispielsweise Leichtmetallbauteile mit Teilen aus Faserverbundwerkstoffen zu verkleben, um Gewicht zu sparen. Gleiche Werkstoffe werden heute bereits an vielen Stellen in der Produktion verklebt, doch bei gemischten Materialien gebe es bislang noch keine Automatisierung der Prozesse und keine ausreichende Kontrollierbarkeit.

Oft würden die Bauteile daher vernietet — und das bedeute zusätzliches Gewicht, erläuterte Olav G. Schulz. „Die Vorbereitung erfolgt derzeit in solchen Fällen zudem von Hand“, fügt Udo Freyaldenhoven hinzu. An dieser Stelle kommt der Laser ins Spiel. Die Dürener wollen in Zusammenarbeit mit ihren Kooperationspartnern sogenannte photonische Werkzeuge entwickeln, um Bauteile künftig automatisiert und präzise per Laser für das Verkleben vorzubereiten. Dafür muss die Oberfläche der Materialien mit dem Laser „behandelt“ werden.

Das Projekt ist auf drei Jahre angelegt. Am Abschluss soll ein Verfahren stehen, das die Industrie auch für Großserien einsetzen kann. „Für ein mittelständisches Unternehmen ist ein solches Projekt äußerst spannend“, sagte Olav G. Schulz. SLCR hoffe, von den „großen“ Partnern zu lernen — und in der Industrie bestehe Interesse an neuen Verfahren und Werkzeugen made in Düren.