Trinkwasserversorgung umgestellt: Sinkende Pegel in Langerweher Brunnen

Trinkwasserversorgung umgestellt : Sinkende Pegel in Langerweher Brunnen

Wer in Heistern, Hamich und Wenau wohnt, dürfte bemerkt haben, dass sich der Geschmack des Leitungswassers geändert hat. Der Grund: Diese Orte innerhalb des Gebiets, das der Wasserleitungszweckverband Langerwehe (WZL) versorgt, erhalten seit Montag Trinkwasser der Enwor. Hintergrund sind die niedrigen Pegelstände in den drei Brunnen der WZL-Wassergewinnungsanlage Wenau.

„Um die Versorgung dauerhaft zu gewährleisten, mussten wir vorsorglich reagieren“, sagt WZL-Betriebsleiter Heinrich Schumacher.

Dass die Wasserstände in den drei Schächten im Laufe eines Sommers sinken, ist nicht ungewöhnlich. „Nach dem trockenen Sommer des vergangenen Jahres haben sich die Pegel allerdings nicht ausreichend erholt“, schildert Schumacher. Die Folge: Aktuell befindet sich die Wasseroberfläche in einer Tiefe zwischen 29 und 30 Metern, üblich sind zu dieser Jahreszeit etwa 24 Meter.

Die Hitze in jüngster Zeit hat zu einem höheren Verbrauch geführt. Werden im Schnitt zwischen 2400 und 2700 Kubikmeter Wasser aus den Brunnen ins Leitungsnetz des WZL gepumpt, waren es an besonders heißen Tagen zwischen 4000 und 5000 Kubikmeter. Doch der hohe Bedarf scheint nicht der alleinige Grund zu sein. In der Regel erholen sich die Pegelstände im Winter wieder, was allerdings in diesem Jahr nicht im ausreichenden Maße passierte.

Geologe soll Ursachen erforschen

Im Gegenteil: Seit November 2018 seien die Pegelstände ungewohnt stark abgefallen. „Darüber hinaus konnten wir beobachten, dass die durchschnittlichen Pegel in den vergangenen Jahren kontinuierlich gesunken sind, wenn auch nicht so deutlich wie in diesem Jahr“, berichtet Heinrich Schumacher. Ein Geologe soll die Ursachen nun genau erforschen. Für die kommende Woche ist ein Gespräch mit der Bezirkregierung anberaumt, wo Einzelheiten besprochen werden.

Die drei Brunnen in der Nähe von Wenau stützen derzeit die gesamte Wasserversorgung im Verbandsgebiet des WZL. Sie liegen lediglich etwa 100 Meter auseinander. Sinkt das Wasserniveau in einem Brunnen, ist das Gleiche auch in den anderen beiden Brunnen zu beobachten. Aus diesem Grund hat der WZL den Entschluss gefasst, einen weiteren Brunnen zu errichten, der etwa 1500 Meter entfernt gebaut wird. Im Herbst sollen in Abstimmung mit dem Kreis Düren die Leitungen verlegt werden. Schumacher: „Wir gehen im Moment davon aus, dass der Brunnen im kommenden Jahr in Betrieb geht.“ Zwischen 800.000 und 900.000 Euro betragen die Investitionskosten.

Dürener Wasser in Derichsweiler

Schon im April übernahm die Leitungspartner GmbH der Stadtwerke Düren die Trinkwasserversorgung von Derichsweiler. Jetzt wurden die Menschen in den Ortschaften Heistern, Hamich und Wenau informiert, dass die Enwor, Wasserversorger aus der Städteregion Aachen, die Leitungen füllt. Die regionalen Wasserversorger sind in einem großen Verbundsystem miteinander vernetzt, um Engpässe benachbarter Anbieter ausgleichen zu können.

Im Verbandsgebiet des WZL leben etwa 20.000 Menschen. An sie appelliert Schumacher, „sparsamer mit dem Lebensmittel Trinkwasser umzugehen und auf die Bewässerung von Rasenflächen zu verzichten.“ Poolbetreiber sollten darauf achten, dass Poolwasser so zu pflegen, dass ein Austausch nicht mehr erforderlich wird. Steigen die Pegel der Wenauer Brunnen, wird wieder auf Normalversorgung umgestellt.

Geschmacksunterschiede beim Trinkwasser lassen sich unter anderem mit dem Härtegrad des Wassers erklären. Die Enwor greift bei der Trinkwasserversorgung auf die Eifeltalsperren zurück, deren Wasser deutlich weicher ist. Das Wenauer Brunnenwasser weist einen hohen Härtegrad von 21 auf, in der Wenauer Wassergewinnungsanlage wird er auf etwa 9,5 deutsche Härte gesenkt. Der Härtegrad ist bei der Nutzung von Wasser in Geräten wie Waschmaschinen wichtig.

Fragen werden unter 02423/40870 und per Mail an info@wzv-langerwehe.de vom WZL beantwortet.

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