Silent Rider richtet sich gegen Motorradlärm und vgefährliche Fahrweisen

Kampagne gegen Motorradlärm : „Silent Rider“ zieht Kreise

30 Kreise, Kommunen und Institutionen aus Deutschland sind für die Kampagne, die sich gegen Motorradlärm und verkehrsgefährdende Fahrweisen richtet, bereits mit im Boot.

Alle haben die Absichtserklärung entweder schon unterzeichnet oder wollen dies tun, sobald die politischen Gremien entsprechende Entscheidungen getroffen haben. Das sagte Simmeraths Bürgermeister Karl-Heinz Hermanns (CDU) auf Nachfrage.

Weitere Kommunen würden sich mit dem Thema befassen, so dass die Initiatoren aus der Nordeifel zuversichtlich sind, dass sich die mindestens 40 für die Finanzierung der Sensibilisierungskampagne angestrebten Teilnehmer zusammenfinden. Eine solche Anzahl ist gewünscht, damit der Forderungskatalog die erhoffte Durchschlagskraft hat.

In diesem geht es um rechtliche Rahmenbedingungen, die die zulässigen Lärmgrenzwerte heruntersetzen sowie drastischere Strafen für das technische Manipulieren von Maschinen geht. Abgeschickt ist die Resolution aber noch nicht. „Wir wollen noch mehr Mitstreiter gewinnen, um bei Landes-, Bundes- und Europapolitikern stark auftreten zu können“, erklärt Hermanns.

Neben den Eifelkommunen, die in der Arbeitsgemeinschaft „Region Nationalpark Eifel“ mit Polizeibehörden und Landesbetrieben zusammenarbeiten, sind etwa Bayrisch Zell, Osnabrück und Schmallenberg (Sauerland) mit dabei, jeder Teilnehmer soll 5000 Euro zahlen, um die Kampagnenkosten von geschätzten 200 000 Euro stemmen zu können.

Die acht Kernkommunen (Hürtgenwald, Nideggen, Heimbach, Simmerath, Schleiden, Bad Münstereifel, Blankenheim und Nettersheim) indes haben ihren weiteren Fahrplan beschlossen. „Wir werden eine Gesellschaft bürgerlichen Rechts, also eine GbR, gründen, um juristisch handlungsfähig zu sein“, erklärt Hermanns. Dieser Gesellschaft könne sich jede weitere Kommune anschließen.

Am Bahnhof in Heimbach soll eine Geschäftsstelle eingerichtet werden, die – finanziert von den Kommunen – von Mitarbeitern des Rureifel Tourismus personell gestemmt wird. „Ziel ist es, einen Verein zu gründen, dem jeder, auch Bürger beitreten können“, erklärt Hermanns.

Er hofft, dass die Kampagne und der Forderungskatalog zum Ende der Ferien online weiter publik gemacht werden können, und dass die Sensibilsierungskampagne in sozialen Netzwerken, Plakaten und mit Veranstaltungen sogar schon im Herbst, also früher als geplant, an den Start gehen kann. „Es soll ‚drive’ in die Sache kommen“, formuliert es der Simmerather Verwaltungschef.

In der Landespolitik 

Die Grünen im nordrhein-westfälischen Landtag unterdessen haben sich mit einer „Kleinen Anfrage“ an die Landesregierung gewandt: Darin weisen auch sie auf die Lärmprobleme für Anwohner und Touristen hin und stellen das Eifeler Bündnis vor.

Die Grünen wollen aus diesem Anlass von der Landesregierung wissen, was sie bisher getan hat, um Menschen in entsprechenden Regionen vor Motorradlärm zu schützen. Wie unterstützt die Landesregierung die Kommunen? Welche Maßnahmen plant sie? Setzt sich die Landesregierung beim Bund und bei der EU für eine Veränderung der Lärmmessung und lärmsteuernden Auspuffklappen ein?