Sievernich: Sievernich: Pflegeeinrichtung auf der grünen Wiese

Sievernich: Sievernich: Pflegeeinrichtung auf der grünen Wiese

Bei der Betreuung demenzkranker Menschen sollen in Sievernich neue Wege gegangen werden. Auf einem 12.000 Quadratmeter großen Grundstück gegenüber dem Rittergut an der Roevenicher Straße könnte eine Seniorenpflegeeinrichtung entstehen, die speziell auf die Pflege Demenzkranker ausgerichtet ist.

Bis zu 50 Plätze in Wohngruppen sind geplant, hinzu kommt die Einrichtung von zehn Kurzzeitpflegeplätzen. So steht es in der Projektbeschreibung des Entwicklers, die dieser Zeitung vorliegt. Carsten Baye vom Projekt-Initiator „Health Care Investments” (HCI) aus Düsseldorf bestätigte auf Anfrage unserer Zeitung die Planungen einer Seniorenpflegeeinrichtung. Das potenzielle Investitionsvolumen betrage „vier Millionen Euro plus X”, 100 Arbeitsplätze könnten in Sievernich entstehen. „Das Vorhaben befindet sich in einer sehr frühen Phase”, stellte Baye jedoch klar.

Derzeit werde geprüft, ob sich die Idee an diesem Standort umsetzen lasse. „Das Projekt wird nur realisiert, wenn wir einen geeigneten Betreiber für die Umsetzung finden”, sagt Baye. Derzeit befinde sich seine Firma in entsprechenden Gesprächen - auch mit örtlich tätigen Sozialdienstleistungsträgern. Dem vorangegangen seien Gespräche mit dem Grundstücksbesitzer. Die Pflege Demenzkranker sei bisher meist nur Teil des Leistungsangebots bestehender Einrichtungen, sagt Carsten Baye. In Sievernich werde daher ganz bewusst dieser Ansatz gewählt.

Die Pläne des von HCI beauftragten Projektentwicklers „Mundus Consulting & Development” sehen vor, auf etwa 4200 Quadratmetern Gruppen zu je zwölf Zimmern einzurichten. Die Zimmergröße soll einschließlich Bäder 22 Quadratmeter betragen. Jede Wohngruppe verfügt über einen Gruppenraum mit Küchenzeile. Im ersten Obergeschoss, das sich auf den Skizzen wie ein Mittelschiff in den sonst flachen Baukörper einpasst, soll neben Personalräumen Platz für bis zu zehn Kurzzeitpflegeplätze sein. Zum Konzept gehört neben „großzügigen Aufenthaltsräumen” auch ein Speiseraum inklusive Cafeteria als Begegnungsstätte. Die Versorgung mit Speisen könnte über ein Catering-System erfolgen. In den Außenanlagen des barrierefreien Baus, bei dem alle Wege ohne Ecken und Kanten auskommen, sollen unter anderem ein Themengarten und ein Wandelweg angelegt werden. „All dies sind Ideen. Die Details werden während der Gespräche mit potenziellen Betreibern zu klären sein”, betont Baye. Auch die Frage eines Investors werde dann geklärt.

Sondersitzung des Rates

Nach DZ-Informationen wird kommende Woche eine Sonderratssitzung einberufen. Am Donnerstag, 16. August, wird der Entwickler sein Projekt ab 18 Uhr in der Bürgerbegegnungsstätte vorstellen und für Fragen zur Verfügung stehen. Im Verlauf dieser Sitzung könnte der Gemeinderat auch die Weichen stellen, um eine Bauleitplanung einzuleiten. Das nächste reguläre Treffen des Kommunalparlaments war im Oktober angesetzt.

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