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Düren/Langerwehe: Sicher mit dem Schwert und historischen Fakten

Düren/Langerwehe : Sicher mit dem Schwert und historischen Fakten

Zwischen Ralf Burmester und der Verwandlung in einen Ritter standen 40.000 Eisenringe.

Die stattliche Zahl der kleinen, massiven Glieder hat der 32-Jährige benötigt, um ein Kettenhemd zu fertigen, das dem Gegner signalisiert: Ich bin nicht verwundbar. Dem Betrachter beim Mittelalterfest wird deutlich: Hier hat sich jemand sehr viel Arbeit gemacht.

Ralf Burmester nickt: „Dafür habe ich zwei Zangen, stabile Handgelenke und insgesamt ein Jahr gebraucht.” Schließlich mussten die Ringe sicher und sauber miteinander verbunden werden, erzählt der Mittelalter-Fan, der bei einschlägigen Veranstaltungen auch schon zum Schwert gegriffen hat, um seine Ehre zu verteidigen. Alles nur ein Spiel, eine aufwändige Simulation, wohlgemerkt.

Möglichst echt zu wirken, das ist das erklärte Ziel der privaten Gruppe aus Langerwehe, zu der Ralf Burmester gehört und die den Namen „Burgenses Villa Duria” trägt. Das heißt auf Hochdeutsch: „Bürger der Stadt Düren”.

Will sagen, dass die fünf Leute, die seit zehn Jahren in ihrer Freizeit ins Mittelalter eintauchen, das Bürgertum des 13. Jahrhunderts in all seinen Facetten darzustellen versuchen. Bürgerlich zu sein bedeutete damals, relativ frei und reich zu sein.

Burmester wird genauer: „Als Händler oder Zimmermann in einer Stadt wie Düren ließ sich gutes Geld verdienen. Im Gegensatz zur Bevölkerung auf dem Land entkamen die Städter der Abhängigkeit von den Adligen, die den Menschen ansonsten ja ziemlich viel abknöpften.”

Zu den Pflichten der Dürener Bürger gehörte der militärische Dienst für die Stadt-Heimat. „Schwert, Lanze und Kettenhemd hatten viele im Haus, um im Falle eines Falles die noch recht junge Autonomie zu verteidigen”, blickt der Hobby-Historiker auf eine wehrhafte Historie zurück. Nicht umsonst habe es geheißen: „Stadtluft macht frei!”

Wehrhafte Wache

Das alltägliche Leben, wie etwa das Kochen über dem offenen Feuer, und der Verteidigungsfall in großer Rüstung gehören zu den Lieblingsthemen der „Burgenses Villa Duria”.

Beim Mittelaltermarkt in Düren verzichten die „Bürger der Stadt Düren”, die sich bei der ersten Auflage der Veranstaltung vor drei Jahren spontan in den historischen Umzug eingereiht hatten, auf einen allzu martialischen Auftritt. „Schwertkämpfe sind im Rahmen einer solchen Veranstaltung einfach zu aufwändig”, findet Ralf Burmester.

Außer beim Umzug am Sonntag sind die aufwändig kostümierten Langerweher auch am Samstag in der Villa Duria zu sehen: Sie wollen als wehrhafte Stadtwache über den Marktplatz patrouillieren - und damit ein Stück weit zur „historischen” Absicherung des Mittelalterfests beitragen.

Ab Freitag etwa 13.30 Uhr sind folgende Straßen für den Autoverkehr gesperrt: Zehnthofstraße ab Kleine Zehnthofstraße, Markt und Ahrweilerplatz ab Höhe Jesuitengasse, Wilhelmstraße ab Violengasse sowie Kaiserplatz.

Für den Festumzug werden am Sonntag ab 13 Uhr zusätzlich gesperrt: Weierstraße ab Altenteich und Victor-Gollancz-Straße von Weierstraße bis Violengasse).

Die Dürener Kreisbahn verlegt ab heute 13.30 Uhr ihre Haltestellen vom Kaiserplatz in die Schenkelstraße, die mit dem Wirteltorplatz bis zum Ende des Annamarktes als „Zone 30” ausgewiesen wird.

Der Taxenstellplatz Wilhelmstraße wird auf die westliche Straßenseite im Abschnitt zwischen Schenkelstraße und Violengasse verlegt.