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Niederau: Seniorenheim baut Stätte der Begegnung

Niederau : Seniorenheim baut Stätte der Begegnung

Mit dem Umbau seines Foyers will das Schenkel-Schoeller-Stift in Niederau seinen rund 200 Bewohnern einen kommunikativen Marktplatz im Haus bieten, der für die Senioren mehr Offenheit bringt und gleichzeitig geschützter Raumk für die alten Menschen ist.

Ermöglicht wird das auf 290000 Euro kalkulierte Projekt durch eine Spende der Paul-Kuth-Stiftung, die 95.000 Euro beisteuert. Im Herbst soll Baubeginn sein.

Am Mittwoch stellte das Seniorenheim seine Pläne vor. Ziel sei es auch, so formulierte der Geschäftsführende Leiter Hans-Joachim Thiem, Bewohnern ohne zeitliche und örtliche Orientierung die Möglichkeit zu geben, sich frei in der Einrichtung zu bewegen und so am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen.

Die Kuratorin des Stifts, Ina Schoeller, spricht von einem Modellprojekt, das dazu diene, breit angelegte Kommunikationsstrukturen zu schaffen. „Wir können damit die eigenen vier Wände zwar nicht vollends ersetzen”, sagte Thiem, „aber wir können uns häuslichen Strukturen zumindest annähgern.”

Man wolle „anstaltsfern arbeiten” und nicht an das Bett gefesselte oder ruhig gestellte alte Menschen verwalten. Im Mittelpunkt der Bemühungen stünden die psychische und physische Unversehrtheit der Bewohner. Das ist bei einem Altersdurchschnitt von etwa 86 Jahren in dem Seniorenhaus keine leichte Aufgabe.

Mit dem Umbau des Eingangsbereichs soll Raum für Begegnung geschaffen bwerden, angebunden an die Infrastruktur des Seniorenheims. Im neuen Foyer soll ein Kiosk entstehen mit einem kleinen Angebot für die alten Kunden. Auch wird Platz geschaffen für die Begegnung.

Heute müssen sich die Bewohner mit einigen wenigen Sesseln neben der Eingangstür begnügen. Das Schoeller-Stift ist derzeit in Verhandlungen mit der Sparkasse Düren und will die Bank dazu bewegen, im Haus einen Schalter mit Automatenservice für das Haus und den Ort anzubieten.

Mit der Umsetzung des Projekts, so erklären die Träger, werde das Angebot über den üblichen Standard der Altenhilfe hinausgeführt; der stationären Altenhilfe verleihe es ein neues Gesicht.

Im Zuge der Baumaßnahme, die zu einer Verlegung und Verkleinerung der Verwaltungsräume führen wird, soll auch die Vorfahrt zum Haupteingang behindertengerecht ausgebaut werden. Die vorhandene Rampe mit 12 Prozent Steigung ist für Rollstuhlfahrer nur schwer zu bewältigen.

Das Schenkel-Schoeller-Stift verdankt die schnelle Realisierung des Projekts dem Nachlass eines ebenso prominenten wie wohltätigen Düreners: Paul Kuth, in der Kreisstadt geboren und 1968 als Bankdirektor in Wuppertal gestorben, hinterließ ein Vermögen, das er in die Paul-Kuth-Stiftung einbrachte; sie verfügte seinerzeit über 12 Millionen Mark.

Sitz der Stiftung ist Wuppertal. Dort wurde das Geld offenbar solide angelegt, denn allein in diesem Jahr, so berichtete Bürgermeister Paul Larue als Kuratoriumsmitglied gestern, werden mehr als 500.000 Euro ausgeschüttet, ein Teil an das Seniorenheim in Niederau.

Mehr als 300.000 Euro fließen an die medizinische Forschung. Gefördert werden Projekte der Altenhilfe, die über die Standards hinausgehen. Bereits in den späten 70er Jahren förderte die Stiftung Dürener Altenheime mit mehr als 600.000 Mark.