Düren: Seit 50 Jahren Motor des Projekts Europa

Düren: Seit 50 Jahren Motor des Projekts Europa

„Das Kapital dieser Partnerschaft waren, sind und werden immer die Menschen sein, die dieses Miteinander leben.” Bürgermeister Paul Larue und Geneviève Adam, in der Dürener Partnerstadt Valenciennes Vizebürgermeisterin, zogen beim Festakt zum 50-jährigen Bestehen der Städtepartnerschaft eine rundum gelungene Bilanz.

„Wir sind stolz darauf, mit dem Engagement der Bürger und Institutionen an dem Projekt Europa mit gearbeitet zu haben”, betonte Geneviève Adam und sprach die Hoffnung aus, „dass die festen Freundschaften noch stärker werden und wir gemeinsam ständig an dem Haus Europa bauen”.

Larues Dank

Die Trikolore neben dem Bundesbanner, die auf die Gäste aus Frankreich zugeschnittene Musik des Instrumentalensembles vom Stiftischen Gymnasium und die zahlreichen Vertreter von Vereinen, Verbänden und Organisationen im Rathausfoyer ließen keinen Zweifel daran: Hier empfängt die Stadt Düren Freunde. Dies betonte Paul Larue schon bei der Begrüßung.

„Ganz wesentlich sind die Menschen in den Vereinen. Alle Generationen haben diese Partnerschaft bis heute geprägt. Dank sagte der Bürgermeister exemplarisch zwei Männern, die über viele Jahre auf Dürener Seite fördernd für die „Jumelage” eintraten: Der ehemalige Bürgermeister Hans Becker und der frühere Stadtdirektor Dr. Hubert Lentz wohnten der Feierstunde bei.

Der Bürgermeister richtete den Blick zurück: „Wir wollen nie vergessen, dass es die Franzosen waren, die uns 1959 die Hand ausstreckten; zu einer Zeit, als sich in der Welt wieder Blöcke bildeten.” Dass die Begründung der Partnerschaft mit der nordfranzösischen Stadt Valenciennes eine gute Wahl war, sollte sich an vielen Gemeinsamkeiten zeigen.

„Wir können von Zwillingsstädten sprechen - in Historie, Wirtschaft, Strukturwandel und der regionalen Bedeutung beider Städte”, sagte Larue. Beide Städte, im Zweiten Weltkrieg sehr stark zerstört, schufen mit dem Wiederaufbau neue Lebensräume für die Menschen und wurden zu Mittelzentren ihrer Region.

Als Geschenk hielten der Bürgermeister und seine Mitarbeiterin Sabine Briscot-Junkersdorf ein Bild bereit. „Was fällt Ihnen zu Valenciennes ein?”, hatte die Stadt gefragt. Die Antworten fügte der Künstler Rolf Lock zu einer Collage zusammen.

Die gelebte deutsch-französische Freundschaft dieser frühen Partnerschaft sei Vorbild in Europa gewesen, bilanzierte Vizebürgermeisterin Geneviève Adam aus Valenciennes stolz und listete die vielen Kontakte, gemeinsamen Aktivitäten und Aktionen auf. So werden unter vielem anderem Briefmarken deutsch-französisch getauscht und französisch-deutsch geklöppelt.

„Ein reger Austausch auf allen Gebieten”, bilanzierte die Vizebürgermeisterin, deren Rede Monika Benhamou gekonnt übersetzte. „Mit Leidenschaft und Wille” habe man die Sprachen gefördert. So singen französische Kinder bereits in der Grundschule deutsche Weihnachtslieder. Geneviève Adam warnte vor einem Stillstand. „Wir müssen die Motoren sein für die Zukunft unserer Jugend und ihr zeigen, dass wir uns kennen, respektieren und schätzen.”

Einen Gedanken, den die Stadtverordnete Ina Schoeller als Vorsitzende des Partnerschaftskomitees aufnahm. Für sie ist die Partnerschaft „fast schon zu normal”.

Ihr Wunsch für Zukunft: „Einen neuen Anlauf nehmen für deutsch-französischen Unterricht in allen Schulen und vielleicht schon im Kindergarten, „damit diese historische und politische Dimension der Städtepartnerschaft erhalten bleibt.”

Nach so vielen ernsten Worten gab es noch einen lustigen Sketch. Amélie Kraus, Matthias Heck und Janec Kohlschütter lobten die Vorzüge von England, Frankreich und Deutschland jeweils in der Landessprache in höchsten Tönen, um letztlich zum Ergebnis zu kommen: Wir sind ein Europa!

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