Düren: Schwimmbad-Neubau: „Holzbendenpark ist der sinnvollere Standort“

Düren: Schwimmbad-Neubau: „Holzbendenpark ist der sinnvollere Standort“

„Nach reiflicher Überlegung ist der Holzbendenpark aus unserer Sicht der sinnvollere Standort für den Neubau eines Hallenbades“, erklärt Richard Müllejans auf Anfrage.

Damit reagiert der Betriebsleiter des Dürener Service Betriebs (DSB) auf die neu entfachte Standortdiskussion, nachdem sich der Traum von einer millionenschweren Förderung des angestrebten Schwimmbad-Neubaus durch das Bundesbauministeriums vor gut zwei Wochen in Luft aufgelöst hatte.

Noch im vergangenen Sommer hatte sich das anders angehört: Damals schwärmten Müllejans und sein Stellvertreter Erwin Fritsch noch von Wassergymnastik mit Blick auf den Badesee, von Wettkämpfen auf einer 50-Meter-Bahn und Trainingscamps mit Jugendlichen, die direkt nebenan in einem Jugendgästehaus an „Dürens Adria“ untergebracht sind. Der Ersatz für das im Jahr 1971 erbaute und 2011 vom DSB von den Stadtwerken übernommene Hallenbad Jesuitenhof sollte nach ersten Plänen auf dem Fundament der bereits vorhandenen, hölzernen „Badebrücke“ entstehen.

Doch diese Idee ist Schnee von gestern, auch wenn ihnen der SPD-Fraktionsvorsitzende und „Ampel“-Sprecher Henner Schmidt im Gegensatz zur CDU mit Blick auf ein noch zu erstellendes Tourismus- und Marketing-Konzept der Stadt immer noch etwas abgewinnen kann. „Ich habe bereits im Dezember im Stadtrat erklärt, dass die Vorteile des Holzbendenparks überwiegen“, betont Müllejans mit Blick auf die nicht verstummen wollende Kritik an der schlechten Verkehrsanbindung des Badesees und den laufenden Masterplan-Prozess, der auch eine deutliche Aufwertung der innerstädtischen Grünanlage vorsieht. Vorgreifen aber will Müllejans einer Entscheidung der Politik nicht. „Wir werden bis zur nächsten Sitzung des DSB-Betriebsausschusses Ende Mai die Vor- und Nachteile beider Standorte fundiert aufbereiten“, kündigt der DSB-Chef am Mittwoch noch einmal an.

Dass ein mit 13 bis 14 Millionen Euro kalkulierter Neubau für das 1971 erbaute Hallenbad Jesuitenhof unumgänglich ist, steht für ihn indes weiter außer Frage. Eine Sanierung sei weder wirtschaftlich noch organisatorisch sinnvoll. Dabei erinnert Müllejans insbesondere daran, dass die Stadt bekanntlich das Schulschwimmen sicherstellen muss. Bei einer Sanierung könnte sie dieser Pflichtaufgabe mangels einer Alternative wahrscheinlich zwei Jahre lang nicht nachkommen. Deshalb dürfte an einem Neubau kein Weg vorbeigehen.

Und der — und dabei bleibt der DSB-Betriebsleiter — könnte schnell realisiert werden. „Die entsprechenden Mittel haben wir in unserem Wirtschaftsplan für die Jahre 2016/2017 bereits eingestellt“, betont Müllejans. Sowohl Henner Schmidt (SPD) als auch Stefan Weschke (CDU) hatten zuletzt von einem Baubeginn frühestens im Jahr 2018 gesprochen. Müllejans verweist allerdings auf die derzeit günstigen Kreditbedingungen und auf ein Programm der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW), die derzeit Gelder für zehn Jahre bei einem Zinssatz von 0,5 Prozent verleihe und bei Einhaltung bestimmter Energieeinsparziele auch noch einen Tilgungszuschuss gebe.

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