Schwierige Kampfmittelsuche auf dem Dürener Kaiserplatz

Sieben-Meter-Bohrungen im Dürener Zentrum : Schwierige Kampfmittelsuche auf dem Kaiserplatz

Der Kaiserplatz im Herzen der Kreisstadt wird nicht zum ersten Mal umgestaltet. Von daher könnte man sich fragen, ob nicht schon in früheren Jahrzehnten nach Kampfmittelresten vor allem aus dem Zweiten Weltkrieg gesucht worden ist. Und natürlich war das der Fall.

„Wir haben auf der Fläche bis in zwei Metern Tiefe nichts zu befürchten“, sagt Heiner Wingels, Leiter des Amtes für Tiefbau und Grünflächen. Weil bei den laufenden Arbeiten aber deutlich tiefer gegraben werden soll, empfehle der Kampfmittelbeseitigungsdienst bei der Bezirksregierung Düsseldorf eine weitergehende Überprüfung, die am Montag startete.

Ein aus dem Jahr 1910 stammender Kanal soll ersetzt werden. Der befindet sich 3,50 Meter im Untergrund. Die Experten der P-H-Röhll NRW GmbH bohrten auf den Kanaltrassen alle 1,50 Meter nun fast sieben Meter in den Untergrund. Die Bohrlöcher wurden mit Einsätzen stabilisiert. Heute werden Sonden eingelassen, die dann rundum feststellen, ob dort noch alte Munition oder gar Sprengkörper zu finden sind.

„Wir bekommen dadurch ein lückenloses Bild, ob da was ist“, sagt Wingels und gewinnt dem ebenso schwierigen wie kostspieligen Verfahren einen Vorteil ab. Kompliziert ist das Vorgehen, weil sich im Untergrund des Kaiserplatzes ohnehin zahlreiche Versorgungsleitungen befinden, die nicht getroffen werden dürfen. Die Tiefensondierung erfolgt nicht nur entlang der beiden Kanaltrassen – eine weitere stammt aus dem Jahr 1949 –, sondern auch dort, wo Brunnen- und Versorgungsschächte geplant sind.

Ein weiterer komplizierter Schritt stellt dann die Erneuerung defekter Kanalhausanschlüsse dar. Hier geht der Bagger vorsichtig in 30-Zentimeter-Schritten vor, und die Arbeiten werden von einem „Sachkundigen“ der Kampfmittelräumung verfolgt. Wie teuer die Untersuchung insgesamt wird, steht laut Heiner Wingels noch nicht genau fest.

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