Schmidt: „Schützenhof“: Chaos auf der Polizeiwache

Schmidt: „Schützenhof“: Chaos auf der Polizeiwache

Auf der Polizeiwache 007 läuft so manches nicht in geordneten Bahnen. Für „Recht und Ordnung“ sorgen zwei Oberwachtmeister — allerdings in etwas eigenartiger Weise. Das Theaterpublikum im Schmidter „Schützenhof“ bekam entsprechend viel zu lachen, als die Theatergruppe des TuS Schmidt am Wochenende zweimal vor ausverkauftem Haus ihre Komödie spielte.

Trefflich besetzt waren die Rollen in dem munteren Stück. Die beiden Oberwachtmeister in Uniform, gespielt von Armin Stollenwerk und Olaf Effertz, nehmen es nicht so ganz genau mit den Vorschriften. So bewahrt zum Beispiel Oma Tilli (Brigitte Pütz) ihre „Wertsachen“ im polizeilichen Waffenschrank auf. Der Dienststellenleiter (Rolf Wergen) hält ihnen Vorträge und kommandiert sie herum, und der ehemalige Chef (Kurt Deuster), der angeblich unter Verfolgungswahn leidet, geht freiwillig in die Arrestzelle.

Überkandidelte Zicke

Eine überkandidelte Zicke (Sabine Reinartz), die sich mit allen Tricks aus einem von ihr verursachten Unfall herausreden will, fällt auf einen halbseidenen Charmeur (Jan Reuter) herein. In den ist aber auch schon die tüchtige Sekretärin (Sandra Schmunkamp) verliebt. Und eine Putzfrau (Helga Nideggen), die ihre Nase in viele Dinge steckt und zu allem ihren Kommentar abgibt, sorgt für zusätzlichen Wirbel. Ein recht resolutes Weibsbild ist Pamine (Karina Huben). Sie ist hinter dem Wachtmeister Ernst her, der ihr seit Jahren die Ehe versprochen hat.

Die Szenen spielen im Dienstzimmer der Polizei, das sehr „echt“ hergerichtet wurde: Plakate mit Sicherheitshinweisen, ein Feuerlöscher, Warnwesten und Schreibtische mit vielen Stempeln gehörten dazu. Auch der oberste Dienstherr durfte nicht fehlen: Ein Foto des Innenministers Ralf Jäger zierte die Wand. Die beiden Polizisten geraten öfters aneinander, sie sind beide nicht zimperlich in ihrer Wortwahl. „Du bist die Stradivari unter den Arschgeigen“, wirft Huber dem Wimpel etwa an den Kopf. Über die feurigen Dialoge wurde viel gelacht, und es gab oft Szenenapplaus aus dem Publikum.

Auch der Streit der Frauen war höchst amüsant anzusehen. Denn verliebte Frauen mögen zwar manchmal ein bisschen dumm sein, aber wenn sie sich rächen, wird es heikel, wie das Publikum beobachten durfte.

Am Ende schließlich stellte sich heraus, dass der pensionierte Chef in seiner unnachahmlichen Art genau das Richtige getan hat: Den Bösewichten droht letztlich eine Strafe — und zwar nicht nur mit dem Nudelholz der aufgebrachten Pamine.