Düren: „Schriftbild“: Eine fast spirituelle Atmosphäre

Düren: „Schriftbild“: Eine fast spirituelle Atmosphäre

Wunderschöne indische Klänge lassen den Raum im „Komm“-Zentrum in Düren noch heller erscheinen. Sie kommen aus einem 500 Jahre alten Sarud, dessen dicker, nach hinten gezogener Klangkörper mit Ziegenfell bespannt ist.

Dem aus Afghanistan stammende Sarud- und Robab-Meister Daud Khan Sadozai und seinem Schüler Florian Erb ist es gelungen eine fast spirituelle Atmosphäre zur Vernissage der Ausstellung „Schriftbild“ mit Werken von Elmar Valter und Rolf Lock zu schaffen.

Hubert Cremer, stellvertretender Dürener Bürgermeister, begrüßte die Künstler und die Gäste. Friedrich Ostenrath, Vorsitzender des Vereins „Hortus Dialogus“ gab eine sehr interessante Einführung in die Ausstellung.

„Geh weiter!“ zieht sich als Motto durch die Schau. Der Kalligraf Rolf Lock und der experimentelle Fotograf Elmar Valter sind in ihrem Künstler-Dasein dieser Aufforderung treu geblieben und immer weiter gegangen. Und weit gekommen. Zum Beispiel in ihrer Bestrebung, die Welt als schönen und interessanten Ort anzuerkennen und sie, sei es im Schriftbild, sei es als Fotografie, festzuhalten.

Die Ausstellung ist wirklich sehenswert. Ein freudiges Ereignis voller Fantasie, versteckten Hinweisen, Fotoexperimenten, Weisheiten und Geschichten auf Kalligrafiebildern. Der Schrift- und Buchstabenkünstler Lock schnitt Lettern aus steifem Kunststoff, die hintereinander gestellt „Geh weiter!“ bilden. Diese drei Silben gab er seinem Freund Valter mit auf den Weg nach Nepal.

Ein Appell an den Dürener Künstler, neugierig zu bleiben und fremde Perspektiven für seine Miniaturen zu suchen. Währen seiner fünfwöchigen Reise inszenierte und fotografierte Valter diese Buchstaben an außergewöhnlichen Orten. Zum Beispiel im buddhistischen Tempel in Wat Pho, zwischen den Räucherstäbchen, auf dem Indischen Ozean oder in der Landschaft. Die Fotografien sind als ein Leporello aneinander genäht.

Jedes der ausgestellten kalligrafischen Werken ist in einer anderen Schrift geschrieben worden. Der diplomierte Objektdesigner Lock arbeitet mit verschiedenen Techniken. Von Pinsel und Feder bis Lötkolben und Holzschnitt. Noch bis zum 13. Juni kann die Ausstellung von Montag bis Freitag von 12 bis 18 Uhr sowie am Sonntag von 10 bis 14 Uhr besichtigt werden.

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