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Düren: „School of Rock” feiert Premiere

Düren : „School of Rock” feiert Premiere

Schluss mit Kindergarten: Wenn der Schweiß in der Endart von den Wänden rinnt, die Bandmitglieder sich aus den T-Shirts pellen und die Konzertgäste beim „Pogen” den Körperkontakt suchen, dann kocht die Stimmung und rockt die Hütte.

Die erste „Burgau-Rocknight” startete am Samstag mit 350 Gästen durch. Auf der Bühne standen mit „Dark Origin”, „Corosun”, „Breaking News”, „Drive In” und „Azonic” fünf junge Dürener Bands.

„Auch wenn die Hütte nicht voll wird: Hauptsache die Stimmung ist gut”, brachte Stefan Heiser, Schüler des Burgau-Gymnasiums, zehn Minuten vor Beginn der „Rocknight” die Erwartungen des achtköpfigen Organisatorenteams aus Schülern und Lehrern auf den Punkt. „Wir sind sehr gespannt, was heute rauskommt!”

Raus kam ein großer Erfolg: Feiernde Gäste, zufriedene Bands und glückliche Veranstalter: „Ein toller Abend”, bestätigte Mitorganisator Marcus Woyke am nächsten Morgen noch einmal ausdrücklich seinen Eindruck. Einer zweiten Rocknacht, so Woyke, stehe aus seiner Sicht nichts im Wege.

Doch der Weg zur Auftaktveranstaltung war lang, wie sich der hinter der Bühne aktive Burgau-Lehrer Klaus Gülden erinnert: Vor sechs Monaten kam dieser nach einer Konferenz mit dem Schüler Stefan Heiser über die Dürener Musiklandschaft ins Gespräch. Ihr Fazit: Es gibt einfach zu wenige Musikinitiativen.

„Wo wird denn etwas für ein Publikum von 15 bis 50 geboten?”, wollte er wissen. Etwas, das nicht deckungsgleich mit Karneval, Schlager oder Mundart sei. Rockmusik in der Kreisstadt: Eine Suche nach der Nadel im Heuhaufen?

Vielleicht zukünftig nicht mehr, denn die Burgau-Rocknight will gerade für junge Bands ein Podium bieten, um den Proberaum zu verlassen und sich in der Öffentlichkeit zu präsentieren. Gülden: „Die Situation bei Auftrittsmöglichkeiten sieht übel aus.” Das sehen auch die Schüler Stefan Heiser und Marcus Woyke so.

Um als einzelne Band eine Halle wie die Endart zu füllen, brauche man ausreichend Geld und viele Fans. „Die meisten Bands haben auch nicht genug Lieder für zwei bis drei Stunden Konzert”, fügt Marcus hinzu. Gemeinsam haben die Organisatoren daher in den letzten Wochen fünf Gruppen für das Konzert ausgesucht.

Durch Demo-Tapes und Probehören - neben der Suche nach Sponsoren, einem Veranstaltungsort und dem Druck der Werbung Teil des professionellen „Event-Managment” der Schüler. „Musikalische Homogenität” sollte am Abend herrschen, so Woyke. Der Sound musste stimmen, die musikalische Vielfalt und Abwechslung durften dabei aber nicht gefährdet sein.

Vielfalt und Abwechslung: Für Klaus Gülden unter anderem die Gründe, warum gerade die Städte Aachen und Köln jüngere Musikfans anlocken. „Wenn wir es schaffen, in Düren mehr anzubieten, können wir selber Magnet werden”, ist er sich sicher. Teil eines solchen Angebots könnte dann durchaus auch die „Burgau-Rocknight” sein.

„Die erste wird wohl nicht zugleich die letzte sein”, sagt er, doch möchte sich Gülden nicht festlegen, ob in naher Zukunft womöglich ein Verein für Musikevents gegründet wird. Vorstellen könne er sich so etwas schon. Durchaus akzeptabel sei auch der Name „Erster progressiver Dürener Musikverein”. Natürlich nur als gedankliches Konstrukt...