Merzenich - Schöner, wohnlicher, mehr Identität: Merzenich soll sich weiter entwickeln

Schöner, wohnlicher, mehr Identität: Merzenich soll sich weiter entwickeln

Von: Anne Wildermann
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Diskussion über Merzenichs Zukunft: Ingenieurin Martina Klöhn sammelt Ideen von den Bürgern. Die Einwohner wollen künftig nicht nur als Pendlergemeinde wahrgenommen werden. Foto: Wildermann
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Ein Thema der Umgestaltung war der Lindenplatz. Foto: Wildermann
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Auf Stellwänden wurden Lob (grün) und Kritik (rot) der Einwohner zusammengefasst. Foto: Wildermann

Merzenich. Der Ortskern von Merzenich soll schöner, wohnlicher und die Kommune künftig nicht nur als Pendlergemeinde angesehen werden, weil der Ort günstig an der Autobahn Richtung Köln und Aachen liegt und einen S-Bahnhof hat.

Mehr als 100 Bürgerinnen und Bürger kamen vergangenen Donnerstagabend in den Sitzungsaal des Merzenicher Rathauses, um mit Bürgermeister Georg Gelhausen (CDU) und Martina Klöhn, Ingenieurin der Weyer-Gruppe aus Düren, über das Dorf-Innenentwicklungskonzept (kurz „Diek“) über zwei Stunden zu diskutieren.

„Es geht um die Zukunft der Gemeinde und darum, wie unser Ort in zehn, 20 oder 30 Jahren aussieht“, sagte Gelhausen und ergänzte betonend: „Wir wollen den Ort gemeinsam entwickeln und gemeinsam mehr aus Merzenich machen.“

Bereits Ende März, Anfang April sollen sich Bürger in Listen für diverse Workshops und Arbeitsgruppen eintragen, um letztlich konkrete Ideen in den Gruppen zu entwickeln. „Diese sollen dann mit dem neuen Haushalt vorgestellt und 2018 umgesetzt werden“, sagte Gelhausen. Schlagworte wie Ortsidentität, Versorgungsstruktur, Verkehr und Mobilität und öffentlicher Raum standen auf der Agenda. Nicht nur die Schwächen des Ortes sollen herausgearbeitet werden, sondern auch die Stärken. Gefördert wird „Diek“ sowohl vom Bund als auch vom Land NRW und der EU.

Es waren ganz unterschiedliche Eigenschaften des Ortes oder Tatsachen, die die Einwohner positiv oder negativ während der Bürgersammlung bewerteten. Eine Bürgerin monierte, dass es keinen Buchladen im Zentrum gebe und sie daher immer nach Düren fahren müsse. Auch der Wunsch nach einem Drogeriemarkt wurde laut. Ein Bürger bemerkte, dass Merzenich in der Vergangenheit viel von seiner ursprünglichen Identität verloren habe. „Und es geht immer mehr verloren“, ergänzte er. Vor allem Vereine seien sehr wichtig, aber auch Gebäude wie der ehemalige Saal Vaassen, der gegenüber dem Rathaus liegt, zwar noch steht, aber nicht mehr für Veranstaltungen genutzt wird. Demnächst soll auch die ehemalige Gaststätte „Zum Boss“, inklusive Saal, in der Nähe des Poolplatzes abgerissen werden.

Obwohl viele junge Familien aus Köln oder dem Umland der Domstadt nach Merzenich ziehen und sich dort ein Haus kaufen oder sogar bauen, kritisierten die alteingesessenen Bürger, dass die Zuzügler sich „wenig bis gar nicht am Gemeindeleben beteiligen“. „Nicht jeder, der neu zu uns gezogen ist, fühlt sich beispielsweise in einem Schützenverein wohl“, konterte eine Bürgerin. „Wir müssen uns überlegen, wie wir die Neu-Bürger auch gut abholen.“

Schönere und einladendere Ortsein- und Ausgänge könnten bereits ein Weg in die richtige Richtung sein. „Dann kommen die Leute gerne zu uns und fahren auch gerne mit dem Wagen durch die Gemeinde“, schlug ein Bürger vor und erhielt Zustimmung von Ingenieurin Klöhn. „Solche Veränderungen wirken sich auch positiv für die Händler aus“, ergänzte sie. Über eine Bestuhlung im Sommer auf dem Lindenplatz wurde gesprochen und über die Vernetzung von neuem und altem Wohnraum.

Der bestehende Park-und-Ride-Platz an der S-Bahnhaltestelle soll erweitert werden. „Es gibt auch Überlegungen, dort E-Mobilität anzusiedeln. Zum Beispiel mit E-Bikes“, sagte Gelhausen. Allerdings soll die Erweiterungsfläche dann kostenpflichtig sein. Für den bereits bestehenden Parkplatz ist das nicht möglich, da es sich um eine Förderungsmaßnahme handelt, und die schließt Parkautomaten aus.

Der Großteil der anwesenden Bürger vertrat die Meinung, dass die bisherigen Schaukästen an der Sparkasse nicht abmontiert werden sollen. Im Gegenteil. Die Einwohner plädierten dafür, dass noch mehr Platz für Aushänge nötig sei, obwohl der eine oder andere Bürger der Ansicht war, dass die neue Homepage der Verwaltung inzwischen vollkommen ausreiche.

Wer nicht bei der Veranstaltung am Donnerstag war, kann Vorschläge auch per Mail an buergermeister@gemeinde-merzenich.de schicken.

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