Düren: Schöffengericht verurteilt zwei Dürener wegen gefährlicher Körperverletzung

Düren: Schöffengericht verurteilt zwei Dürener wegen gefährlicher Körperverletzung

Der 6. November 2008 war ein ereignisreicher Tag für einen 30 Jahre alten Dürener, der am Dienstag zusammen mit einem 29 Jahre alten Bekannten vom Schöffengericht wegen gefährlicher Körperverletzung zu einem Jahr Freiheitsstrafe ohne Bewährung verurteilt wurde.

Nachdem der 30-Jährige morgens im Zuge einer Weihnachtsamnestie in Köln aus dem Gefängnis entlassen wurde, klickten abends in Düren erneut die Handschellen. Dazwischen lagen: eine Freudenfeuer, bei der sich nach Aussage des Verteidigers beide Angeklagten „richtig die Kante gaben”, und eine Schlägerei in der Gneisenaustraße.

Doch der Reihe nach: Am 6. November trafen sich die Männer „zufällig an einem Büdchen”, nahmen dort das ein oder andere alkoholhaltige Erfrischungsgetränk zu sich. Mit polizeilich attestierten 1,75 Promille im Blut reifte der Entschluss, noch Rauchwaren zu erwerben, die nicht zum Sortiment eines Kiosks gehören. Also zogen die beiden zur Gneisenaustraße, wo der Ältere eine vermeintliche Cannabis-Quelle wähnte.

Auf das dort an der Türschwelle einer Wohnung vom Angeklagten zur Begrüßung vorgebrachte Ansinnen „Gib´ Gras!” reagierte der Angesprochene, der wenig später zum Opfer werden sollte, nicht erfreut. Ob es zunächst zu lautstarken Beschimpfungen oder einer Rangelei kam, blieb aufgrund der getrübten Erinnerung aller Beteiligten verschwommen.

Jedenfalls war es der mittlerweile ebenfalls an der Tür eingetroffene 29-Jährige, der zum ersten Schlag ausholte. Weitere folgten in einer gemeinsamen Aktion, es flog auch eine Bierflasche. Nach „einigen Minuten” war das Geschehen vorbei, verließen die Angeklagten die Wohnung des Opfers.

„Sie haben zweimal Glück gehabt”, sagte der Vorsitzende Richter, Hans-Georg Wingen. Erstens, weil zur Tatzeit das „Opfer zu bekifft war”, um die ursprünglich erhobene Anklage wegen schwerer räuberischer Erpressung mit klaren Aussagen zu bekräftigen - und sich am Dienstag in Widersprüche verstrickte. Zweitens, weil der Alkoholeinfluss und das Geständnis strafmildernd wirkten. „Wenn wir die Strafe zur Bewährung aussetzen, machen wir uns lächerlich”, sagte Wingen.

Der Registerauszug des 30-Jährigen weist 17 Vorstrafen, der des 29-Jährigen fünf Vorstrafen auf. Beide wurden bereits wegen Körperverletzung verurteilt. Beim Jüngeren war zudem noch eine Bewährung offen. In seiner Gesamtstrafzeit ist auch eine Verurteilung von Dienstag wegen Trunkenheit am Steuer eingerechnet. „Was tun, wenn Hopfen und Malz verloren sind?”, wandte sich der Vorsitzende Richter an die Angeklagten. „Sie haben eine Chance”, gab er ihnen auf den Weg. „Wenn sie in Berufung gehen, und bis dahin keine neue Straftat begehen, könnte die Strafe zur Bewährung ausgesetzt werden.”