Düren: Schöffengericht verurteilt Einbrecher zu 18 Monaten

Düren: Schöffengericht verurteilt Einbrecher zu 18 Monaten

Der Gutachter ließ keine Zweifel: An zwei Tatorten wurde bei Wohnungseinbrüchen ein und derselbe Schraubenzieher benutzt.

Feine Rillen und Riefen waren, vergleichbar einem Fingerabdruck, so übereinstimmend, dass das Dürener Schöffengericht keine Zweifel hatte, mit dem 44 Jahre alten Angeklagten den Täter für beide Fälle vor sich zu haben.

Anfang April hatte der Angeklagte nur eine der beiden Taten gestanden (wir berichteten). Danach war er am 2. Januar 2011 nach Aufhebeln eines Fensters in eine Wohnung eingestiegen und erbeutete 115,20 Euro. Einen weiteren Einbruch, zwei Tage zuvor am Silvesterabend, leugnete er.

Kurz nach der Tat nahm die Polizei den 44-Jährigen fest. Routinemäßig wurden dann im Landeskriminalamt sichergestellte Spuren von insgesamt sechs Einbruchdiebstählen verglichen. In vier Fällen zeigte die technische Untersuchung „Fehlanzeige”. Völlig anders das Ergebnis bei dem versuchten Einbruch an jenem Silvesterabend.

Keine Zweifel

Für das Gericht unter Vorsitz von Dr. Stephan Ebeling gab es nach Erörterung des Sachverständigen, eines Diplomingenieurs für Maschinenbau in Diensten des Landeskriminalamtes (LKA) NRW, keinen Zweifel, dass der Angeklagte in beiden Fällen der Täter war. Zwar hatten die Eltern des Mannes ihm für die Tatzeit ein Alibi gegeben, allerdings gab es bei ihren Aussagen vor Gericht Erinnerungslücken und Abweichungen in Detailfragen.

Da der Angeklagte wegen diverser Eigentumsdelikte für die Justiz kein Unbekannter war, wenngleich seine letzte Verurteilung im Jahr 2006 schon einige Zeit zurückliegt, verurteilte das Schöffengericht ihn zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und sechs Monaten ohne Bewährung.

Zu Beginn des letzten Verhandlungstages hatte der Verteidiger für seinen Mandanten einen Befangenheitsantrag gegen den Gutachter gestellt, weil dieser in Diensten des LKA stehe. Diesen Antrag wies das Gericht ab, da der Gutachter nicht an den eigentlichen Ermittlungen teilgenommen hat, sondern einer organisatorisch von der Staatsanwaltschaft getrennten Dienststelle angehört. Seine Arbeit sei rein kriminalwissenschaftlicher und technischer Art.

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