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Erste bundesweite Studie: Schnelle Corona-Diagnose im CT

Erste bundesweite Studie : Schnelle Corona-Diagnose im CT

Ärzte des Dürener Krankenhauses und der Uniklinik Aachen haben in einer ersten großen Studie nachgewiesen wie wertvoll eine zusätzliche Corona-Diagnose mithilfe eines Computertomographen sein kann.

Erst kommt der Abstrich im tiefen Rachen, dann das Warten aufs Ergebnis aus dem Labor: Wenn von einem Corona-Test die Rede ist, dann ist damit in den allermeisten Fällen der sogenannte PCR-Test gemeint. Mit dessen Hilfe kann das Virus in der Speichelprobe nachgewiesen werden. Doch zu 100 Prozent zuverlässig ist der PCR-Test nicht. Ein CT kann helfen.

Weil es bei PCR-Tests auch zu falschen, negativen Ergebnissen kommt, haben Radiologen bereits zu Beginn der Pandemie auf eine zusätzliche Diagnose-Möglichkeit hingewiesen: Auch im Computertomographen (CT) kann eine Corona-Infektion nachgewiesen werden. Wie wertvoll diese zusätzliche Option sein kann, das haben Radiologen der Uniklinik RWTH Aachen und des Krankenhauses Düren in einer Studie nachgewiesen.

„Die Niedrigdosis-Computertomografie der Lunge wurde schon früh zur Behandlungssteuerung von Patienten mit Covid-19 eingesetzt“, sagt Professor Andreas Kopp, Chefarzt der Radiologie im Krankenhaus Düren. Dabei habe sich gezeigt, dass die vom Coronavirus ausgelöste Lungenentzündung im CT häufig einen typischen Befund erzeugt. „Zu sehen sind Milchglas-Trübungen an den Lungenseiten. Ein weiteres charakteristisches Erscheinungsbild erinnert an ein unregelmäßig verlegtes Straßenpflaster“, erklärt Kopp.

Mit seinen Dürener Kollegen Dr. Michael Meier-Schroers und Anton Sander war er an der ersten Studie zur Zuverlässigkeit dieser Methode beteiligt. In der Aachener Uniklinik und im Krankenhaus Düren wurden zwischen Mitte März und Anfang Mai bei 191 Patienten mit Covid-19-Symptomen sowohl PCR-Test als auch die CT-Diagnose durchgeführt. Dabei stellte sich heraus, dass die Untersuchung im Computertomographen ein sehr präzises Instrument für die Corona-Diagnostik ist. „Die Zuverlässigkeit ist absolut vergleichbar mit der des PCR-Tests“, berichtet Meier-Schroers. „Allerdings haben wir das Ergebnis im Schnitt nach neun Minuten, also wesentlich schneller als bei Abstrichen.“ Zudem hätten sechs falsche Negativergebnisse des PCR-Tests mit der CT-Untersuchung korrigiert werden können.

Paralleler Einsatz der Methoden

Was heißt das nun für die Covid-19-Diagnostik? „Unsere Ergebnisse unterstützen den Vorschlag, in bestimmten Situationen bei Patienten mit Corona-Symptomen die Niedrigdosis-CT parallel zur PCR-Testung einzusetzen, um die Verlässlichkeit der Diagnose zu erhöhen und den Schweregrad der Erkrankung zu bestimmen“, sagt Prof. Kopp.