Merode: „Schlossfestspiele” mit „Silly”: Deutschrock von seiner besten Seite

Merode: „Schlossfestspiele” mit „Silly”: Deutschrock von seiner besten Seite

„Alles rot.” Ein feuerrotes Mikrofon, eine knallrote Gitarre, rote Requisiten auf der Bühne. Dazu gleißend rotes Scheinwerferlicht auf der Bühne und in der Zuschauermenge.

Getreu dem Namen ihrer Hitsingle, dem gleichnamigen Album- und Tourneenamen war auch gegen Ende des Konzerts der Band „Silly” bei den Festspielen im Schlosspark Merode „Alles Rot”. Die Besucher tanzten, klatschten, sangen mit. Als Frontfrau Anna Loos die Textzeilen ihres momentan wohl bekanntesten Liedes ins Mikro hauchte, hatte das „Silly”-Konzert in Merode zweifelsohne seinen Höhepunkt erreicht.

Doch von Beginn an: Am Anfang stand das feuerrote Mikro noch ganz alleine auf der großen Bühne. Schnell gesellten sich Uwe Hassbecker, Jäcki Reznicek und Ritchie Barton zu den ständigen Gastmusikern Ronny Dehn, Daniel Hassbecker und Reinhard Petereit auf der Bühne. Die Musiker der Band „Silly” entlockten ihren Instrumenten schon die ersten Töne, da war das Mikrofon noch immer ohne Aufgabe. Doch als unter den Festivalbesuchern ohrenbetäubender Jubel aufbrauste, war klar, dass sich dieser Umstand schnell ändern sollte: Frontfrau Anna Loos stürmte auf die Bühne.

Unverwechselbare Stimme

Mit glasklarer, unverwechselbarer Stimme zog die Sängerin und Schauspielerin schon beim ersten Lied die laut Veranstalter angereisten 1000 Zuhörer in ihren Bann. Es folgten Lieder wie „Ich sag nicht ja”, „Erinnert”, „Bataillon damour” und „Leg mich fest”. Mal melancholisch, mal rockig, mal nachdenklich, mal rebellisch: „Silly” präsentierte bei den Festspielen auf der „Bühne unter Sternen” Deutschrock von seiner besten Seite.

Dass die Rocker aber auch ganz leise Töne anschlagen können, zeigten sie am Ende ihres Konzertes. Für ihre verstorbene ehemalige Frontfrau Tamara Danz spielten sie ihr Lied „Sonnenblumen”. Sanft hauchte Anna Loos die Textzeilen ins rote Mikro, Uwe Hassbecker und Jäcki Reznicek hatten ihre elektrischen Gitarren gegen Streichinstrumente getauscht.

„Man, ist das schön hier!”, frohlockte Anna Loos. „Was für eine wunderschöne Kulisse.” Nicht nur den Zuschauern, sondern auch der Band hatte es der Schlosspark von Merode angetan. Und zu dieser Kulisse sollte sich schnell die ganz besondere Festival-Atmosphäre gesellen. Den Grundstein dafür hatte schon die Vorband „P:lot” aus Köln gelegt.

Jeder Song von „Silly” wurde frenetisch bejubelt und beklatscht. Gleich zweimal holten die Fans - angestachelt durch die stetigen Zugabe-Rufen des „Silly”-Fanclubs direkt am Bühnengraben - Loos & Co. auf die Bühne zurück. „Ihr seid doch verrückt”, sagte die Sängerin lachend, nahm das feuerrote Mikro nach fast zweistündigem Konzert ein letztes Mal zur Hand und sang die Zuhörer mit dem bereits angesprochenen Lied „Sonnenblumen” nach Hause.

Das weitere Konzertprogramm in Merode

Am Donnerstag, 25. August, geht der Konzentreien im Rahmen der Burgfestspiele auf Schlos Merode weiter. Ab 20 Uhr spielt die Kölner Gruppe BAP.

Danach geht es Schlag auf Schlag: Am Freitag, 26. August, 20 Uhr, tritt Stefanie Heinzmann auf, am Samstag, 27. August, 20 Uhr spielen „ich und Ich”, am Sonntag, 28. August, 20 Uhr „In Extremo”.

Zum Schlussakkord greift dann am Samstag, 3. September, 20 Uhr, Dieter Thomas Kuhn zum Mikrophon.

Karten gibt es in der Geschäftsstelle unserer Zeitung, „Am Markt 17 in Düren.