Schloss Burgau: AfD-Veranstaltung und Demonstration

Bürgerdialog auf Schloss Burgau : 200 bei der AfD, 200 bei der Demonstration

Mehr als 200 Menschen im Winkelsaal von Schloss Burgau bei einem Bürgerdialog der AfD und ebenfalls rund 200 Menschen bei der Gegendemonstration vor der Burg – dieses Bild bot sich am Dienstagabend vor Beginn einer Veranstaltung, zu der die Alternative für Deutschland eingeladen hatte.

Der AfD-Bundesvorsitzende Jörg Meuthen, der Vorsitzende der AfD-Landtagsfraktion von NRW, Markus Wagner und der europäische Sprecher der AfD, Sven W. Tritschler, widmeten sich dem Thema Europa. Als Überschrift für den Abend diente die Frage: „Wie viel Brüssel braucht NRW?“ Bevor die Politiker mit den Bürgern zu diesem Thema ins Gespräch kamen, schien es aber um eine ganz andere Frage zu gehen: „Wie viel AfD braucht der Kreis Düren?“ Antworten auf diese Frage wären grundverschieden ausgefallen.

Auf der einen Seite der Polizeikette standen entlang des Weges zum Schloss Demonstranten – ausgestattet mit Plakaten, Bannern und Trillerpfeifen. Sie begrüßten jeden einzelnen Veranstaltungsbesucher lautstark – oft mit Beschimpfungen. „Nazi raus“-Rufe gehörten noch zu den harmloseren Äußerungen. „Der rechte Sumpf ist noch nicht trockengelegt. Wir wollen uns friedlich gegen die AfD stellen. Gewalt ist nicht unsere Sache. Unsere Abneigung werden sie dennoch spüren“, kündigte das Dürener Bündnis gegen Rechtsextremismus, Rassismus und Gewalt an, das die Demonstration angemeldet hatte.

Das Verhalten der Demonstranten brachte eine AfD-Anhängerin spürbar in Rage: Es sei lachhaft, Demokratie so zu leben und andere wegen ihrer Meinung zu diskriminieren. „Hier sind keine Nazis, hier sind Menschen, die Angst um ihre Zukunft haben“, betonte sie. Ihr Mann habe sie nicht zu der Veranstaltung begleitet, weil sie in Düren und damit zu nah stattfände. Er fürchte, auf einer AfD-Veranstaltung gesehen zu werden, könne berufliche Konsequenzen haben – deshalb bleibt auch die Dame anonym.

So wie die AfD das Recht habe, sich zu versammeln, so habe das Dürener Bündnis gegen Rechts auch das Recht, zu demonstrieren, betonte Thomas Isecke, Sprecher des Bündnisses. Es war stolz über den friedlichen Verlauf des Abends. Trotz der aufgeheizten Stimmung kam es aus Polizeisicht zu keinen Zwischenfällen. Es gab zwei Anzeigen wegen Ordnungswidrigkeiten und je eine Strafanzeige wegen Sachbeschädigung und Beleidigung. Drei Personen wurden mit auf die Wache genommen, um deren Identität festzustellen.

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