Düren: Schauspieler Jens Eisenbeiser zurück im Dürener „Komm“

Düren: Schauspieler Jens Eisenbeiser zurück im Dürener „Komm“

Jens Eisenbeiser ist in der Dürener Theaterszene kein Unbekannter. Der 34-Jährige, der mittlerweile mit seiner Familie in Aachen lebt, hat vor 17 Jahren zum ersten Mal im „Komm“-Zentrum Theater gespielt, später war er in „Liebe, Ränke, Tuchgezänke“ zu sehen, ab 1999 hat er sich in der Theaterschule von Kaca Celan ausbilden lassen. Doch dann änderte sich sein Leben.

Nach einer Zeit im Celans Theater TAS, hat er sieben Jahre im Das-Da-Theater in Aachen gespielt. „Wir hatten weit über 300 Aufführungen im Jahr“, erzählt der Schauspieler, „und als ich vor zwei Jahren Vater geworden bin, wollte ich mit der Schauspielerei erst einmal einen Schnitt machen. Es war mir einfach zu viel.“ Eisenbeiser hat — auch mit Blick auf die Zukunft — eine Ausbildung zum Altenpfleger begonnen. Und seine Leidenschaft fürs Theaterspielen doch nie verloren. Jetzt kehrt Eisenbeiser auf die Bühne zurück, genauer gesagt auf die Bühne des Dürener „Komm“-Zentrums.

„Raphael Fachner und ich“, erzählt Jens Eisenbeiser, „haben schon beim Das-Da-Theater zusammen gearbeitet. Und als Raphael mit der Idee zu mir gekommen ist, etwas Eigenes zu machen, war ich sofort dabei.“ „Die Eröffnung“ heißt das Theaterstück, mit dem das neu gegründete Phosphor-Theater in Düren Anfang Oktober Premiere feiern will, der Autor ist Peter Turrini.

Raphael Fachner: „Es ist ein Theaterstück für drei Personen, wobei die Hauptrolle, die von Jens Eisenbeiser gespielt wird, absolut dominierend ist. Er ist quasi die ganze Zeit auf der Bühne, hat also kaum Zeit, einmal durchzuatmen.“ Auch würden extrem wenig Requisiten gebraucht. Fachner: „Deswegen ist die Bühne im ‚Komm‘-Zentrum für uns geradezu ideal.“ „Ich eröffne Ihnen diesen Abend. Ich eröffne Ihnen mein Leben. Ich bin für die Bühne geboren und ich werde auf der Bühne sterben.“ So beginnt das Stück, das einen tiefen Blick hinter die Kulissen eines Schauspielerdaseins wirft.

Mit poetischer und zynischer Sprache referiert ein Theaterschauspieler, der auf der Bühne alles kann, im Privatleben aber total gescheitert ist, schonungslos über klägliche Berufsanfänge, große Erfolge, seelische Abgründe und die Tragödien und Komödien seines Privatlebens. Ein Mensch zum Schmunzeln, Lachen, Heulen und Hinterfragen.

„Es ist ein sehr ehrliches Stück“, sagt Jens Eisenbeiser, „und der Protagonist richtet sich fast die ganze Zeit ans Publikum. Wir hoffen wirklich, dass wir im ‚Komm‘-Zentrum Kammerspiel-Atmosphäre schaffen können.“ „Die Eröffnung“ ist seit langem wieder die erste Theaterproduktion im „Komm“-Zentrum. „Ich war anfangs skeptisch“, gibt Thomas Lüttgens, künstlerischer Leiter der alternativen Kulturbühne zu. „Aber als ich hörte, dass Jens Eisenbeiser dabei ist, habe ich sofort Ja gesagt. Weil alles, was ich bisher von und mit Jens gesehen habe, einfach immer sehr gut war.“

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