Nideggen: Schaurige Krimis im Licht der Fackeln

Nideggen: Schaurige Krimis im Licht der Fackeln

Ein „Mordsvergnügen“ hatten die rund 250 Besucher der Burg Nideggen bei der Kriminacht am Freitagabend. Der mit 500 Feuerschalen, Fackeln, Lichtern und Laternen beleuchtete Bergfried wirkte schaurig-schön, Martin Claßen und Band schlugen akustisch in die gleiche Kerbe.

Käthe Rolfink, Vorsitzende der veranstaltenden Kulturinitiative im Kreis Düren, und Luzia Schlösser, Leiterin des Burgenmuseums, hatten drei Krimiautoren zur Lesung eingeladen, die ihre Zuhörer zu Schauplätzen zwischen Norddeutschland und Oberbayern entführten.

Gisa Pauly stellte ihr spannend-humoriges Buch „Mamma Carlotta — Sonnendeck“ vor. Schmunzelnd begleiteten die Zuhörer Hauptgewinnerin Mamma Carlotta auf ein Kreuzfahrtschiff. Ihr Schwiegersohn, der Sylter Kriminalhauptkommissar Erik Wolf, ist weniger begeistert, denn seit einiger Zeit vermutet er einen Dieb an Bord der „Arabella“. Als es das letzte Mal vor Anker lag, wurde gar der Besitzer eines Wenningstedter Restaurants ermordet. In dem Sylt-Krimi Gisa Paulys blitzen dank „Mamma Carlotta“ zudem viele italienische Momente auf.

Für Gänsehaut sorgte Marcus Hünnebeck mit seinem Roman „Im Auge des Mörders“. Man hätte die berühmte Stecknadel fallen hören können, als er einen Serienmörder losschickt, weibliche Opfer zu quälen. Als dann die Journalistin Eva Haller die Polizei zu mehr Schutz für die Frauen aufruft, gerät sie selbst ins Visier des Täters.

Für jeden Stern eine Träne

Dr. Andreas Föhr sendet in „Wolfsschlucht“ seine bekannten Romanfiguren Clemens Wallner und Leonhardt Kreuthner aus. Hochspannung erzeugt er im Kapitel über das Verschwinden zweier Personen, die jeweils auf skurrile Weise in ihrem Auto aus dem Leben scheiden. Lachsalven rief dagegen sein anarcho-bayrischer Polizeiobermeister Kreuthner hervor, authentisch und detailgetreu beschrieben wie alle Akteure.

Das Geschehen am Signiertisch untermalte die Band um Martin Claßen mit Titeln wie „Schließ‘ die Augen“, „Des Teufels Freier“ und „Für jeden Stern eine Träne“. „Wir sind seit drei Jahren immer mit dabei. Die Kombination aus spannender Literatur, Musik und dem tollen Ambiente erzeugt Gänsehaut. Wir freuen uns schon auf das nächste Mal“, sagten etliche Gäste aus der Region sowie aus Bonn oder dem Rhein-Sieg-Kreis am Ende.

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