Düren: Sauberere Luft: Deutsche Umwelthilfe fordert modernere Busse

Düren: Sauberere Luft: Deutsche Umwelthilfe fordert modernere Busse

Bis zum 21. September muss die Kölner Bezirksregierung auf die angedrohte Klage der Deutschen Umwelthilfe (DUH) reagieren. Die fordert unmissverständlich Maßnahmen, die sicherstellen, dass ab dem 1. Januar die bestehenden Stickstoffdioxid-Grenzwerte in Düren eingehalten werden.

Erreicht werden könne dies nach Ansicht der DUH insbesondere mit drei Maßnahmen: der Einführung eines Fahrverbotes für Diesel-Kraftfahrzeuge, der Nachrüstung aller ÖPNV-Busse auf Euro VI-Standard sowie der Einführung von Umwelttaxis. Ein Dieselfahrverbot sieht man in Köln allerdings mehr als kritisch: „Zu einer solchen Maßnahme, die Bestandteil der geänderten Luftreinhaltepläne sein könnte, vertreten wir die Auffassung, dass hierfür zunächst eine bundesrechtliche Regelung durch die Einführung der sogenannten ‚Blauen Plakette‘ geschaffen werden muss“, erklärt Dirk Schneemann, Sprecher der Bezirksregierung.

Aber: „Ungeachtet dessen lassen wir aktuell — neben vielen Einzelmaßnahmen zur Schadstoffreduzierung — auch die Wirkungen möglicher Dieselfahrverbote berechnen. Die Frage, ob und wann ein Dieselfahrverbot in Luftreinhalteplänen festgesetzt wird, erfolgt in enger Abstimmung mit der Landesregierung.“ Das vor allem natürlich auch, weil die DUH in zahlreichen NRW-Städten auf die Einhaltung der Grenzwerte drängt. So sind unter anderem bereits Verfahren anhängig, in denen es um die Luftreinhaltepläne für die Städte Köln, Bonn und Aachen geht. „Diese Verfahren sind bislang noch nicht entschieden“, sagt Schneemann.

Für die Stadt Düsseldorf wird mit einem Urteil des Bundesverwaltungsgerichtes im 1. Quartal 2018 gerechnet. Das dürfte dann auch ausschlaggebend für weitere anhängige Verfahren sein. Dirk Schneemann: „Die Umsetzung eines Dieselfahrverbotes wäre mit sehr weitreichenden Konsequenzen versehen, da auch die Besitzer neuerer Dieselfahrzeuge betroffen wären.“

Bei den anderen beiden Forderungen der DUH hält sich die Bezirksregierung bedeckt. Zwar stehen im Luftreinhalteplan gleich vier Maßnahmen, die die Dürener Kreisbahn (DKB) betreffen — umgesetzt davon ist aber nicht eine. Egal ob neue Busse für die DKB, die dynamische Fahrgastinformation, die Einführung von eTickets oder die Schaffung eines Datenverbunds von AVV und DKB — im aktuellen Sachstandsbericht der Bezirksregierung von März 2017 ist die Formulierung jeweils gleichlautend: „Die Verbesserung und Optimierung des ÖPNV ist eine Daueraufgabe.“ Und sie dauert schon seit der Aufstellung des Luftreinhalteplans Mitte 2013.

E-Busse sucht man vergebens

60 eigene Busse setzt die DKB ein, hinzu kommen 22 Busse von Subunternehmern. Von den eigenen Bussen sind nach Angaben von Betriebsleiter Jacek Kubaczka 15 Busse auf die Euro 6-Norm umgestellt. E-Busse sucht man bei der DKB vergebens. Ein Problem: Es gibt noch keine Entscheidung, welches Konzept verfolgt werden soll. Jacek Kubaczka: „Es gibt zwei unterschiedliche Konzepte.

Man kann Busse einsetzen, die viele Batterien enthalten und so auf eine Reichweite von 300 Kilometern kommen und über Nacht aufgeladen werden. Das setzt hohe Investitionen in den Betriebshof voraus. Die Alternative sind Busse mit geringerer Reichweite. Die benötigen Schnellladestationen an den Endpunkten von Buslinien.“

Das viel größere Problem: Hohe Investitionen scheut man bei der DKB, weil die Leistungen des Nahverkehrsplanes zum 1. Januar 2019 europaweit ausgeschrieben werden und noch vollkommen unklar ist, ob sich die DKB bei dem Bieterverfahren überhaupt durchsetzen kann. Spannend ist deshalb die Frage, was der Kreis Düren in seinem ÖPNV-Konzept vorgeben wird.

Setzt man künftig verstärkt auf E-Mobilität? Wird es eine Mindestquote von elektrisch betriebenen Bussen geben? Oder Forderungen zur Euronorm der Dieselfahrzeuge? Fragen, zu denen der Kreis Düren schweigt. Bernd Böhnke, Mobilitätsbeauftragter des Kreises, hält sich bedeckt: „Ich kann diese Fragen derzeit nicht beantworten, weil es noch keine Entscheidung der politischen Gremien gibt.“ Selbst bei der Frage, ob es wie geplant noch im Herbst zur Ausschreibung kommen wird, hält sich Böhnke bedeckt: „Es ist noch alles im Fluss.“ Klingt wie beim Luftreinhalteplan: „Die Verbesserung und Optimierung des ÖPNV ist eine Daueraufgabe.“ Vor allem dauert sie.