Düren: Sanierungsbedarf: Arbeitskreis entwickelt denkmalverträgliche Lösungen

Düren: Sanierungsbedarf: Arbeitskreis entwickelt denkmalverträgliche Lösungen

Der Grüngürtel ist wohl das größte Denkmal der Stadt Düren. Wer durch die Siedlung schlendert, hat das Gefühl, ein Kapitel aus dem Architekturlehrbuch aufgeschlagen zu haben. Dennoch ist der Grüngürtel kein Museum, sondern ein lebendiger Stadtteil.

Aufgrund des Alters der Gebäude sind immer wieder Reparaturen, Umbauten und Sanierungen notwendig. Auf der einen Seite stehen die Interessen des Denkmalschutzes, auf der anderen Seite die Frage, wie saniert werden kann, ohne die Mietpreise über Gebühr steigen zu lassen. Was tun?

Im Grüngürtel treffen mehrere Baustile aufeinander, die dennoch ein harmonisches Bild ergeben: Die Goebenstraße (oben) ist ein Beispiel für den Expressionismus, die Häuser rund um den Freiheitsplatz (unten links) für den Traditionalismus. Beispiele für den Funktionalismus finden sich beispielsweise an der Blücherstraße (Mitte). Alle Gebäude wurden sehr sorgfältig gestaltet, die Arkaden (rechts) prägen das Stadtbild. Foto: Johnen

Eine Antwort auf diese Frage möchte der Arbeitskreis „Denkmalschutzkonzept Grüngürtel“ erarbeiten, der auf Initiative der „Gemeinnützigen Wohnungsbaugenossenschaft für Stadt und Kreis Düren“ seine Arbeit aufgenommen hat. Ihm gehören Vertreter der Wohnungsbaugenossenschaft, des Dürener Bauvereins, der Unteren Denkmalbehörde und des LVR-Amtes für Denkmalpflege im Rheinland an. Leiter ist Dr. Ekkehard Kandler, der als Architekt und Lehrbeauftragter am Institut für Baugeschichte und Denkmalpflege der TH Köln über viel Erfahrung bei der Sanierung von Baudenkmälern verfügt.

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Der Arbeitskreis möchte in den kommenden zwölf Monaten systematisch denkmalverträgliche Lösungen für regelmäßig auftretende Fragen bei der Modernisierung und Sanierung erarbeiten. Haustyp für Haustyp sollen die typischen Schäden und Mängel erfasst und in Abstimmung mit dem Denkmalschutz möglichst wirtschaftliche Sanierungsvorschläge erarbeitet werden, die den Gesamteindruck des Viertels nicht verändern. „In der Vergangenheit war es leider oft unter Zeitdruck nicht immer möglich, Lösungen zu finden, die sowohl den denkmalpflegerischen als auch den bautechnischen und wirtschaftlichen Anforderungen gerecht wurden“, sagt Walter Grehl von der Wohnungsbaugenossenschaft.

Walter Grehl, Katja Saxarra und Dr. Ekkehard Kandler (von links) stellten den Arbeitskreis vor.

Bauverein und Genossenschaft besitzen fast 300 der denkmalgeschützten Häuser, doch auch private Eigentümer sollen von den Lösungsansätzen, die der Arbeitskreis erarbeitet, profitieren können, unterstreicht Katja Saxarra von der Unteren Denkmalbehörde. Zumal es auch Fördermöglichkeiten für private Eigentümer gibt. „Der Grüngürtel ist erhaltenswert. Wir müssen aber die Häuser sanieren, um den Wohnkomfort zu verbessern“, unterstreicht Walter Grehl. In den kommenden 15 Jahren würden voraussichtlich 20 bis 30 Millionen Euro investiert. Eine „Luxussanierung“ gebe es nicht.

Zum Hintergrund: Infolge der Privatisierung vieler Einfamilienhäuser kam es in den 1980er Jahren zu Umbauarbeiten und Veränderungen, die das einheitliche Erscheinungsbild der Siedlung veränderten. Um die städtebauliche und architektonische Qualität zu bewahren, wurde in den 90er Jahren eine sogenannte Denkmalbereichssatzung beschlossen. Seitdem ist für alle Maßnahmen, die das Erscheinungsbild der Häuser verändern, eine Erlaubnis der Denkmalbehörde erforderlich.

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