Huchem-Stammeln/Ellen: Rurtalbahn reaktiviert Bahnhof bis Ende des Jahres

Huchem-Stammeln/Ellen: Rurtalbahn reaktiviert Bahnhof bis Ende des Jahres

Weil die Deutsche Bahn den Fahrplan ihrer Regionalexpresslinien (RE 1 und RE 9) verändert hat, sind seit Juni vergangenen Jahres die Anschlussbeziehungen zur Rurtalbahnstrecke Düren/Jülich verloren gegangen.

Damit die Regionalbahnen dem Fahrgast künftig nicht mehr vor der Nase wegfahren, müssen die Regiosprinter die Strecke rund fünf Minuten schneller zurücklegen. Möglich ist dies laut Diplom-Ingenieur Christoph Göddecke von der Rurtalbahn nur durch den Bau eines zweiten Kreuzungspunkts.

Zu diesem Zweck will die Rurtalbahn noch bis zum Dezember den Bahnhof Huchem-Stammeln ausbauen. Das vor Jahren abgebaute zweite Gleis wird auf der ehemaligen Trasse wieder installiert, mit Weichen, Stellwerk und Sicherungstechnik. Der bisherige Bahnsteig wird durch einen 120 Meter langen Mittelbahnsteig ersetzt, der barrierefrei von beiden Seiten des Bahnhofs zu erreichen sein wird.

„Wir gehen von einer Bauzeit von zehn bis zwölf Wochen aus”, rechnet Göddecke trotz noch ausstehendem Planfeststellungsverfahren mit einer Fertigstellung bis zum 16. Dezember. Mit dem Fahrplanwechsel will die Rurtalbahn sicherstellen, dass ihre Reisenden aus Richtung Jülich wieder alle Regionalexpresszüge Richtung Köln und Aachen erreichen können.

Der Verkehr der Buslinien werde auf die neuen Abfahrtszeiten der Züge abgestimmt, versicherte Göddecke dem Niederzierer Gemeinderat, der keine Bedenken gegen die Reaktivierung des Haltepunkts hat.

Endgültig abgehakt hat der Gemeinderat gegen die Stimmen der CDU die Verlegung der Tagebaurandstraße bei Ellen. Die Gründe: Tagebaubetreiber RWE Power schließt eine Verlegung der L264 in den Sicherheitsstreifen des Tagebaus Hambach nach wie vor aus und das NRW-Verkehrsministerin hatte zuletzt mitgeteilt, „diese aus sicherheitstechnischen und verkehrlichen Erwägungen getroffene Entscheidung nicht in Frage zu stellen”.

Möglichst schnell will Bürgermeister Hermann Heuser nun mit dem Land eine Vereinbarung treffen, das die von RWE Power zu zahlende und zugesagte Entschädigung für die wegfallende L257 (Ellen/Morschenich) - wie in den letzten Jahren immer wieder versichert - auch tatsächlich in den Bau einer Lärmschutzwand bei Ellen fließt.

Sollte die künftige Landesregierung die Zusage ihrer Vorgängerin einhalten, könnte die Lärmschutzwand bis 2013 errichtet werden.