Düren: Rumpftruppe des BC Düren ist ohne jede Chance

Düren: Rumpftruppe des BC Düren ist ohne jede Chance

Rolf Pütz, der Vorsitzender des Badminton-Bundesligisten 1. BC Düren, hatte gegen den BC Beuel nichts Gutes geahnt. An einen, höchstens zwei Punkte glaubte er und behielt mit seiner Prognose fast Recht. 1:5 verlor der Gastgeber gegen den Halbfinalisten der Deutschen Meisterschaft.

Die Partie gegen Beuel war aber auch symptomatisch für den Bundesligabetrieb, der immer wieder merkwürdige Ergebnisse hervorruft. Der Gast vom Rhein krebste bisher eher im unteren Tabellendrittel herum, weil er auf seine besten Spieler bisher wegen Verletzungen oder Turnierverpflichtungen verzichten mussten. Die Probleme waren zumindest für das Düren Spiel gelöst. Die Gäste kamen in Bestbesetzung und trafen auf eine Heimmannschaft, die gleich auf vier Topleute verzichten mussten, die ihren Nationalteams zur Verfügung stehen mussten.

Das Heimspiel offenbarte dann das Dilemma des BC. Mit der Chinesin Pui Yin Yip wurde eine Spielerin internationaler Klasse verpflichtet, die den Ehrenpunkt holte und eine Bereicherung für das Team ist, wenn Beiwen Zhang fehlen sollte. Der erste Eindruck war jedenfalls positiv.

Das kann man von der zweiten Neuverpflichtung Emily Westwood zumindest für ihren ersten Auftritt nicht sagen. Das Damendoppel Westwood/Yip harmonierte im ersten Zusammenspiel nicht. Nicht nur die Abstimmung fehlte, vielmehr schien kein Ball zu gelingen. Beide Spielerinnen agierten schwach mit einer sehr hohen Fehlerquote gegen die nicht unbedingt überzeugende Kombination Birgit Michels/Lauren Smith wurde Soraya de Visch Eijbergen doch schmerzlich vermisst. Auch im Mixed blieb die Engländerin neben Koen Ridder schwach, der sich mächtig ins Zeug legte. Vor allem im zweiten Satz boten die beiden aber viele Lichtblicke, doch dann war wie im ersten auch der dritte ein Fehlerfestival der jungen Engländerin, die ihren Mitspieler zu entnerven schien, der jedoch schluckte und Gentleman blieb.

Diese Rolle füllte auch der Beueler Erik Meijs aus, der im zweiten Herreneinzel gegen Michael Pütz antrat. Der Teammanager des BC musste einspringen, sportlich korrekt als Nr. 1 der zweiten Mannschaft, doch ohne Chancen. Seinem Gegenüber war es hoch anzurechnen, dass er zwar seine Stärke demonstrierte, aber den Bezirksligaspieler „am Leben“ ließ.

Bravourös spielten Koen Ridder und Carl Baxter im Herrendoppel auf und waren nahe daran an einer Überraschung gegen Andreas Heinz und Ingo Kindervater. Doch es sollte nicht sein.

Da Rajiv Ouseph fehlte, musste Carl Baxter auf die „Eins“ vorrücken und traf auf einen Weltklassemann. Was der Honkong-Chinese Yan Kit Chan zeigte, war allererster Sahne. Und es wäre ein Fest für alle Badminton-Fans geworden, wenn Ouseph als Vize-Europameister gegen ihn angetreten wäre. So wurde der Problemfall für den BC offensichtlich, wenn die Nr. Eins und mit Jelle Maas ein Doppelspezialist fehlen. Dann wird die Mannschaft derart durcheinander gewirbelt, dass an Punktgewinne nicht zu denken ist.

(han)
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