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Radweg an der Ostumgehung: Rügen als Vorbild für die B56n?

Radweg an der Ostumgehung : Rügen als Vorbild für die B56n?

Die Arbeitsgemeinschaft Pro Rad unternimmt noch einmal einen Anlauf, den beim Bau der Ostumgehung (B56n) unterbrochenen Radweg zwischen Düren und Girbelsrath wiederherzustellen. Ein Tunnel auf Rügen steht dabei Pate.

Bislang hatte Pro Rad eine Tunnellösung mit einer partiellen Anhebung der Bundesstraße gefordert, die nach Auskunft von Straßen.NRW zwar prinzipiell machbar wäre, aber von der Stadt Düren finanziert werden müsste. Dies wurde seitens der Bauverwaltung mit Blick auf die immensen Kosten eines solchen Projekts und einer notwendigen Sperrung der gerade erst fertiggestellten Umgehungsstraße für mehrere Wochen ebenso abgelehnt wie der Bau einer Brücke, die fünf Meter hoch sein müsste und weit ausufernde Rampen haben und die Entwicklung des an dieser Stelle geplanten Gewerbegebietes beeinträchtigen würde. Amtsleiter Heiner Wigels hatte im Februar erklärt, dass die Stadt die Unterbrechung des Radweges zwar schon im Planfeststellungsverfahren Mitte der 2000er Jahre moniert hatte, es damals aber keine Lösung gegeben habe.

Bei einem Urlaub auf Rügen hat ein Radlobbyist nun eine Tunnellösung gesehen, die aus Sicht der AG 1:1 in Düren umgesetzt werden könnte. Wie in Düren verläuft auch auf Rügen verläuft parallel zur Bundesstraße eine Eisenbahnstrecke.

     Sackgasse: Seit der Fertigstellung der Ostumgehung endet der Radweg an der Bundesstraße. Radler müssen Umwege in Kauf nehmen.
Sackgasse: Seit der Fertigstellung der Ostumgehung endet der Radweg an der Bundesstraße. Radler müssen Umwege in Kauf nehmen. Foto: MHA/Jörg Abels

Dieser Tunnelbau war ohne eine Anhebung der Bundesstraße möglich, berichtet Pro-Rad-Mitglied Rob Maris, der seit langem für die Wiederherstellung der interkommunalen Radroute kämpft und auch schon einmal mit einem mehrtägigen Sitzstreik vor Ort für sein Anliegen demonstriert hat. Von einer deutsch-niederländischen Baufirma bekam Pro Rad die Auskunft, dass einfachere Radtunnel mit vorab produzierten Fertigbetonelementen schon an einem Wochenende gebaut werden könnten.

Die Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft hoffen nun, dass der Verkehrs- und Bauausschuss der Stadt das Thema in seiner Sitzung am Mittwoch, 2. September, 17 Uhr (Rathaus), noch einmal aufgreift und dass sich auch der Kreis Düren an der möglichen Wiederherstellung finanziell beteiligt. „Der Kreis hat uns bereits im Februar in einem Schreiben mitgeteilt, dass er sich für schnelle und komfortable Radbindungen aus dem Mittelzentrum Düren in die umliegenden Gemeinden einsetzt“, schöpft Rob Maris leise Hoffnung, dass der Radweg Düren-Girbelsrath doch noch wiederbelebt werden kann.