Rückblick auf das Februar-Wetter

Rückblick auf das Februar-Wetter : Föneffekt sorgt für neue Wärmerekorde

Mild, sonnig und nass war der Winter 2018/19 im Kreis Düren. In der Statistik belegte er insgesamt den siebten Platz seit 1945. Bei einem genaueren Blick auf die einzelnen Messpunkte wird klar, dass der Februar in den höheren Lagen ab 500 Meter sogar so warm wie selten zuvor war.

Die Monatsmitteltemperaturen zeigten ein Plus von bis zu 4,5 Grad Celsius. Folgende Mitteltemperaturen verdeutlichen die außerordentliche Wärme besonders auf den Hochflächen der Rureifel: Schmidt 6,3, Vettweiß 6,1; Düren 5,9; Vossenack 5,7 und auf dem Kermeter 5,2 Grad. Der ungewöhnlich milde Spätwintermonat ließ mehrere Wochen früher als üblich die Frühlingsblüten sprießen und das trotz Kaltstart und einigen Frostnächten (Düren 14, Nörvenich 8 und nur 5 in Schmidt). In der Monatsmitte und in den letzten Februartagen wurde mit leichtem Föhneffekt sogar die 20-Grad-Marke übertroffen: Jülich 18,9, Nörvenich 19,2, Langerwehe 19,5, Schmidt 19,8, Vossenack 20,0, Düren 20,2, Drove und Kermeter 20,6, Heimbach 21,1, Vettweiß 21,3, Hoven 21,4, Hergarten 21,6 und Vlatten 22,3 Grad. Der absolute Februar-Rekord lag bislang 1990 bei 20,8 in Jülich und 21,4 in Elsdorf.

Die Hoffnungen auf weitere starke Niederschläge im Februar wurden enttäuscht, das Defizit des vergangenen Jahres konnte im Kreis Düren nicht weiter ausgeglichen werden. Insgesamt wurden gerade mal 40 bis 70 Prozent der Langzeitwerte erreicht. Folgende Beispiele zeigen die erneute Trockenheit im letzten Wintermonat, besonders im Nordkreis: Nörvenich 16 Liter, Vettweiß 23 l, Hoven 25 l, Tagebau Hambach 27 l, Düren und Kreuzau-Bergheim 30 l, Drove 32 l, Hasenfeld 36 l, Kermeter 38 l, Heimbach 41 l, Langerwehe 42 l, Brandenberg 45 l, Schmid 47 l und Vossenack 55 l jeweils auf den Quadratmeter gemessen.

Nur zum Start in den Februar (am 1.) lag verbreitet eine Schneedecke (4 cm in Vettweiß und Nörvenich, 17 cm in Schmidt und bis 20 cm auf dem Kermeter. Nur das erste Februarwochenende konnte für den Wintersport in der Nordeifel genutzt werden, bis zum 7. waren alle Schneereste geschmolzen und der Frühling hielt Einzug. Sturmtief „Stefan“ wehte am 9.2. Warmluft mit Böen der Stärke 8 bis 9 in allen Höhenlagen über den Kreis Düren. Vom 15. bis 28. Februar ließen sich dann tausende Kraniche in dieser Strömung in ihre Brutgebiete an der Ostsee treiben.

Ein abschließender Blick auf die Sonnenstunden zeigt ebenfalls Ergebnisse, die weit über dem Durchschnitt der vergangenen 30 Jahre liegen. Im Raum Düren/Jülich bedeuteten 150 Stunden 147 Prozent des Mittelwertes. Nur im Februar 1975 (160 Stunden) und 2003 (165 Stunden) war es rund um Jülich noch sonniger. Hier weitere Sonnenstunden-Summen: Tallage Heimbach 123 Stunden, Schmidt 133, Nörvenich 137, Langerwehe 155, sowie Drove und Vettweiß 158 Stunden.

(kjl)