Düren: Rückblick auf 90-jähriges „Dürener Leben“ im Stadtmuseum

Düren: Rückblick auf 90-jähriges „Dürener Leben“ im Stadtmuseum

„Franz Vey — ein Dürener Leben“ war der Abend im Stadtmuseum überschrieben. Aus diesem Leben berichtete der gerade 90 Jahre alt gewordene ehemalige Studiendirektor für Deutsch und Sport am Gymnasium am Wirteltor mit Begeisterung, einem fantastischen Gedächtnis und mit humorvoller Wortgewalt.

Als Moderator Leo Neustraßen ihn mit den Worten begrüßte, Franz Vey habe es heute Abend auf das bekannte rote Sofa geschafft, ergänzte Vey knapp: „Lebend!“ Und als sein Gegenüber dann gleich zur ersten Frage übergehen wollte, übernahm der Gast die Regie und unterbrach ihn mit den Worten: „Du wolltest Dich doch noch vorstellen.“

Erst danach gingen die beiden Männer sogar noch ein wenig weiter als 90 Jahre zurück. Der kurzweilige Abend begann mit Ausschnitten aus dem Leben von Veys Eltern, dann wurde seine Jugend als Schüler der Peschschule und des Realgymnasiums beleuchtet, bis hin zum Einsatz als Flakhelfer und zur mehrfachen Musterung im Zweiten Weltkrieg.

Tanzstunde

Dass er nicht in den Krieg ziehen musste, verdankte er unter anderem mehreren „rechtzeitig“ erlittenen Sportverletzungen. So kam er auch in den Genuss, in der Tanzstunde wegen akuten Herrenmangels immer mit mehreren Partnerinnen schwofen zu dürfen.

Nach dem Krieg hatte Vey zunächst ein Medizinstudium ins Auge gefasst, wobei er aber wegen diverser behördlicher Hindernisse immer wieder unverschuldet zurückgeworfen wurde. So kam der passionierte Sportler schließlich zum Lehrberuf. Neben Sport unterrichtete er auch Mathematik.

Seine Qualifikation für Ersteres war unbestritten, denn kaum jemand dürfte zu seiner Zeit in mehr sportlichen Disziplinen erfolgreich gewesen sein. Vey errang Titel und Auszeichnungen, unter anderem als Fußballer und Schachspieler sowie im Tennis und Tischtennis.

Ganzen Generationen Dürener Schüler ist er aber als Pädagoge am Naturwissenschaftlichen Gymnasium, wie das GaW früher hieß, bekannt. Kein Wunder, dass der Vortragsraum voll besetzt war. Zu den Gästen gehörten unter anderen drei Klassenkameraden Veys. Wolfgang Künster, Herbert Manthe und Wolfgang Boll kamen zum Abschluss der Gesprächsrunde auf die Bühne.