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Rudolf Henke besucht das Nierenzentrum Düren

Sommerreisen in den Parlamentsferien : Hoher Besuch im Nierenzentrum Düren

Nicht nur die Bundeskanzlerin macht sie, auch andere Politiker absolvieren Sommerreisen in den Parlamentsferien. Der Aachener Bundestagsabgeordnete und Präsident der Ärztekammer Nordrhein, Rudolf Henke (CDU), stattete dem Nierenzentrum Düren einen Besuch ab.

Dort informierte er sich über die Arbeit des Zentrums und sprach mit den Ärzten über die gegenwärtige Situation der Nierenheilkunde im Kreis Düren und der Region Nordrhein. Das Nierenzentrum Düren wurde 1995 gegründet. Inzwischen sind dort fünf Ärzte niedergelassen und werden von 50 Mitarbeitern unterstützt. Mit Standorten in Düren und Jülich findet dort die fachärztliche Versorgung von internistischen Nieren- und Bluthochdruckkrankheiten statt. Derzeit werden 180 Patienten mit der Dialyse (Blutwäsche) versorgt, sowie Patienten auf die Organtransplantation vorbereitet beziehungsweise nachbetreut.

Über die ambulante fachärztliche Versorgung hinaus kooperieren die Ärzte mit den Krankenhäusern in Düren und Jülich, wo sie die dortigen Ärzte bei der Behandlung von Patienten mit Nierenkrankheiten unter anderem im Bereich der Intensivmedizin unterstützen. Außerdem gewährleisten sie die Fortführung der Dialyse während des stationären Aufenthaltes. Dadurch können fast alle Patienten auch im Kreis Düren behandelt werden. Verlegungen in weit entfernte Kliniken wurden dadurch unnötig. Die Versorgung von Nierenkranken im Kreis Düren ist somit gut aufgestellt.

Henke ist die Nierenheilkunde und Dialyse aus der eigenen Erfahrung im Krankenhaus Eschweiler bekannt. Gleichwohl stellt er fest, dass sich das Fachgebiet in den vergangenen Jahrzehnten deutlich gewandelt hat. Einerseits hat sich der medizinische Fortschritt durch verbesserte diagnostische und therapeutische Möglichkeiten bemerkbar gemacht. Andererseits hat sich die Struktur und Vergütung der Behandlung deutlich gewandelt.

Letzteres wurde für die Patienten am deutlichsten spürbar durch die Einführung von Wochenpauschalen für die Dialysetherapie. Darüber hinaus sind etliche Vorschriften zur Strukturqualität und Ergebnisqualität eingerichtet und umgesetzt worden. Dies garantiert in Deutschland ein hohes medizinisches Niveau der Versorgung. Trotzdem sind in den vergangenen Jahren mehrfach die Vergütungen abgesenkt worden, obwohl die tatsächlichen Kosten wie Personal, Miete und Energie deutlich gestiegen sind.

Von der Öffentlichkeit weitgehend unbemerkt, hat sich in der Zwischenzeit die Versorgungslandschaft im Bereich der Dialyseanbieter drastisch verändert. Bislang wurden Dialysepatienten von niedergelassenen Ärzten, gemeinnützigen Einrichtungen und spezialisierten Kliniken versorgt. In den vergangenen Jahren haben auch größere Kapitalgesellschaften oder Firmen Dialysepraxen aufgekauft.

Dadurch ist inzwischen eine deutliche Industrialisierung, gerade auch in der Region Aachen und Nordrhein zu erkennen. Die Gründe dafür sind sicherlich unterschiedlicher Natur. Die niedergelassenen Ärzte befürchten, dass die Versorgungsqualität darunter leiden wird, weil erfahrungsgemäß die Interessen einer Kapitalgesellschaft andere sind als diejenigen der Ärzte, die tagtäglich die Patienten versorgen.

Henke betonte, dass die Politik die Probleme durchaus erkannt habe. Es gilt, flächendeckend in Deutschland für eine ausreichende medizinische Versorgung zu sorgen. Er favorisiert ein System, in dem unter ärztlichen Gesichtspunkten unabhängig von ökonomischen Zwängen Medizin für die Patienten gemacht wird.