Kreis Düren: Richtiger Umgang mit Schülerdaten sorgt für Unsicherheit

Kreis Düren : Richtiger Umgang mit Schülerdaten sorgt für Unsicherheit

Düren Bis an den Schulen in Sachen Datenschutz alles geklärt ist, dauert es wohl noch etwas. Auch im Kreis Düren ziehen sich die Fragen zur neuen Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) durch alle Schulformen. Gerade jetzt, kurz vor Zeugnisvergabe, zum Beispiel: Wie müssen Lehrer ihre privaten Computer schützen, um dort mit schülerbezogenen Daten arbeiten zu dürfen? Auch der aktualisierte Leitfaden des NRW-Schulministeriums konnte nicht alle Unklarheiten aus dem Weg räumen.

Im Kreis Düren haben die Schulen bisher unterschiedliche Wege eingeschlagen. „Wir haben uns ein spezielles Zeugnisprogramm gekauft, das alle datenschutzrechtlichen Vorgaben erfüllt“, erklärt Andreas Reker, Schulleiter an der Grundschule St. Joachim in Düren.

Dieses sei sowohl auf dem einen Rechner in der Schule aufgespielt worden als auch auf jedem privaten Rechner der Lehrer. Jeder Lehrer habe eine Datenschutzerklärung unterschreiben und konkret angeben müssen, auf welchem privaten Rechner er das Programm nutze. „Grundsätzlich finde ich es sehr sinnvoll, klarere Vorgaben beim Datenschutz zu haben, die neue Verordnung geht nur etwas an der Praxis vorbei“, gibt Reker zu bedenken. Denn für das sichere Computerprogramm habe die Schule 400 Euro bezahlen müssen, zu denen jährlich für die Lizenzgebühr noch 200 Euro hinzukämen. „Das Geld hätten wir sonst für etwas anderes zur Verfügung gehabt.“

An der Grundschule Heimbach hat sich die Leitung dazu entschlossen, einen Stick mit einem Vordruck auszuteilen, den die Lehrer mit nach Hause nehmen dürfen. Sie werden via unterschriebener Erklärung dazu aufgefordert, beispielsweise Zeugnisnoten während der Bearbeitung nicht auf dem privaten Rechner, sondern nur auf dem Stick zu speichern. Schulleiter Joachim Dunkel: „An sich bewerte ich die neue Verordnung positiv. Man sollte sich aber Gedanken darüber machen, wie Lehrer zukünftig arbeiten sollen.“ Bisher habe man nur zwei Rechner in der Schule zur Verfügung. Dunkel unterstützt daher die Idee, Schulen mit mehr Rechnern auszustatten und auch das Lehrerzimmer so zu gestalten, dass es für die Lehrer Ruhe und Platz zum Arbeiten gibt.

Das Programm, mit dem die Grundschule Birkesdorf momentan jeden Stick der Lehrer versieht, hat sie liebevoll „Tresor“ getauft. Bei der Bearbeitung von Zeugnisnoten auf dem eigenen Computer könne dieses Programm vom Stick aus geöffnet werden, der Zugang ist passwortgeschützt.

„Das funktioniert natürlich nicht von heute auf morgen“, betont die stellvertretende Schulleiterin Lydia Willing. „Wir bewegen uns da in einer Grauzone.“ Lehrerin Kerry Anne Hennen, die sich mit einem anderen Kollegen um die Umsetzung der DSGVO gekümmert hat, ist positiv gestimmt: „Wir haben uns im Vorhinein sehr gut informiert, die Herangehensweise mit dem passwortgeschützten Stick ist eine gute Lösung. Grundsätzlich finde ich auch einen vorsichtigen Umgang mit Daten wichtig. Allerdings stört es mich, dass die zusätzliche Arbeit an uns Lehrer hängen bleibt.“

Ausleihhandys für Lehrer

Auch für das Gymnasium Kreuzau seien passwortgesicherte Sticks die beste Lösung, sagt Schulleiter Wolfgang Arnoldt. „Das haben wir aber auch schon vor Eintreten der neuen Datenschutzverordnung so gemacht“, betont er. Die Kollegen, die die schülerbezogenen Daten auf ihren privaten Rechnern speichern wollten, müssten bei ihm ein entsprechendes Formular unterschreiben. „Das machen aber nur IT-affine Kollegen, es gibt auch einige, die zu Papier und Stift greifen. Ich verwalte die Zeugnisnoten zum Beispiel auch nicht digital.“ Auch er hält Dienstgeräte für jeden Lehrer sinnvoll.

Im Franziskus Gymnasium in Vossenack ist die Umsetzung der neuen Regelungen noch in vollem Gange: „Der Prozess läuft noch. Wir haben zurzeit ein zweigeteiltes Verfahren: In der Oberstufe trägt jeder Lehrer die Noten noch per Hand ein und gibt sie an die Oberstufenleitung, die diese dann an einem schulinternen Rechner digitalisiert“, erklärt Schulleiter Dr. Peter Cordes.

Die Noten für die Klassen fünf bis acht trägt bereits jeder Lehrer selbst in das schulinterne Notensystem ein. Größtenteils geschehe das aber an Schulrechnern. In Vossenack habe es zudem in diesem Jahr auf der Skifreizeit das erste Mal Ausleihhandys für die Lehrer gegeben. Dadurch habe man zum Beispiel in Notfällen den Kontakt zu Schülern suchen können.

Etwas einfacher hat es da die Gesamtschule Niederzier/Merzenich. „Wir sind fein raus, weil wir nicht nur im Lehrerzimmer, sondern auch in jedem Klassenraum Computer zur Verfügung haben, an denen die Lehrer arbeiten können“, sagt der Schulleiter Stefan Möller. Außerdem könne sich das Kollegium auch von den eigenen Rechnern in das schulinterne Netz einwählen und so auch datenschutzkonform von zu Hause aus arbeiten. Hoffnung lege er aber in die angekündigte Kommunikationsplattform Logineo NRW.