Kreis Düren: Rheinischer Preis für Denkmalpflege: Dürener Bauwerke dabei

Kreis Düren: Rheinischer Preis für Denkmalpflege: Dürener Bauwerke dabei

Walter Rosarius hat nochmal einen Versuch gestartet. Der Mann ist Geschäftsführer im „Verein zur Erhaltung der Alten Kirche” und hat in diesem Jahr zum zweiten Mal einen Antrag für den Rheinischen Preis für Denkmalpflege gestellt.

Der Preis ist mit 7000 Euro dotiert und wird zum zweiten Mal vom Land NordrheinWestfalen verliehen. Insgesamt haben sich 55 Baudenkmäler beworben, sechs davon stehen im Kreis Düren. Außer der Alten Kirche in Langerwehe sind das der „Alte Turm” in Aldenhoven, ein Burgbrunnen auf der Burg Nideggen, ein Steinkreuz in Nideggen, eine Fachwerkanlage in Kreuzau und die Müllenarker Mühle in Inden.

„Der Preis”, erklärt Walter Rosarius, „würdigt die Menschen, die sich um das Denkmal verdient gemacht haben.” Dabei sei der respektvolle Umgang mit der historischen Bausubstanz ein sehr wichtiges Kriterium. Genau wie im vergangenen Jahr haben sich der Langerweher Kirchenvorstand, Pfarrer Heinz Portz und Walter Rosarius entschieden, Peter Michael Porschen und Dr. Hans Porschen für den Preis vorzuschlagen.

Peter Michal Porschen war lange Jahre zweiter Vorsitzender des Vereins und ist seit einiger Zeit erster Vorsitzender, Hans Porschen hat viele Jahre die Geschäfte des Vereins geführt.

Die Alte Kirche auf dem Rymelsberg in Langerwehe wird 1157 erstmals urkundlich erwähnt. Um 1485 wird sie als gotische Hallenkirche zum jetzigen Erscheinungsbild umgebaut. 1907 wird die Kirche mit dem gesamten Inventar in die neue Pfarrkirche in der Ortsmitte umgelagert. 1944, also kurz vor Ende des Zweiten Weltkrieges, liegt die Kirche im direkten Frontverlauf und wird stark zerstört.

1949 beginnen die Mitarbeiter des 1927 gegründeten Vereins zur Erhaltung der Alten Kirche mit dem Wiederaufbau der Kirchenruine. Und bis heute haben die Vereinsmitglieder wirklich viel erreicht. Die total marode Stützmauer um die Kirche wurde für viel Geld nach und nach saniert, das Gotteshaus hat neue Fenster und Portale bekommen. Heute dient die Alte Kirche wieder als Ort der Liturgie, zum Beispiel für Beerdigungsgottesdienste, als Mahnmal des Friedens und als Begegnungsstätte. Jeden zweiten Sonntag im Monat ist die Kirche von 14 bis 18 Uhr geöffnet.

„Trotzdem”, sagt Walter Rosarius, „können wir jeden Euro wirklich gut gebrauchen. Wir sind noch längst nicht fertig mit den Sanierungsarbeiten. Es gibt immer noch viel zu tun.” Die drängendsten Projekte sind ein neuer Blitzschutz für die Kirche und neue Treppen im Turm. Rosarius: „Der bestehende Blitzschutz ist total sanierungsbedürftig und nicht mehr zu reparieren.

Den müssen wir komplett erneuern.” Gleiches gilt für die Treppen im Turm. „Im Augenblick haben wir nur zwei alte Aluminiumtreppen, die der Glockenwart zwei Mal im Jahr hoch muss, um die Glocken zu überprüfen. Er weigert sich aber mittlerweile, da hochzugehen, weil diese Treppen wirklich lebensgefährlich sind.” Die Realisierung beider Maßnahmen kostet weit über 30 000 Euro.

Der Denkmalpreis wird im September verliehen. „Im vergangenen Jahr”, sagt Walter Rosarius, „hat die Alte Kirche in Derichsweiler gewonnen. Mal sehen, wie es in diesem Jahr ausgeht.”