Renkerstraße: Ab dem Herbst 36 Wochen lang Vollsperrung

Neubau des Hauptabwasserkanals : Renkerstraße ist ab Herbst mehrere Monate voll gesperrt

Mit Blick auf die Belastung der Anwohner von Baustellen-Normalität zu sprechen, wäre vermessen. Fast 14 Monate nach dem Kanaleinsturz in der Renkerstraße aber haben sich zumindest die Verkehrsteilnehmer mit dem Engpass zwischen Niederau und Lendersdorf arrangiert.

Während der zuständige Wasserverband Eifel-Rur (WVER) aktuell auf der Südseite (Krankenhaus) zwei neue Kanäle zur Entwässerung der Häuser bauen lässt, rollt der Verkehr in beiden Richtungen von kleineren Stockungen abgesehen mehr oder weniger reibungslos.

Und daran wird sich auch nichts ändern, wenn die Bauarbeiten voraussichtlich ab Ende Juli/Anfang August auf der Straßennordseite mit dem Bau eines weiteren Hausanschlusskanals fortgesetzt werden. Wenn dann aber ab September/Oktober mit einer Tunnelbohrmaschine ein Ersatz für den maroden Hauptabwassserkanal errichtet wird, muss die Renkerstraße entgegen aller bisherigen Planungen für voraussichtlich 36 Wochen vollgesperrt werden.

Das teilte Heiner Wingels, Leiter des städtischen Tiefbauamtes, das auch für den Verkehr in der Stadt zuständig ist, jetzt der Politik mit. Zuletzt hatte WVER-Projektleiter Georg Frings noch davon gesprochen, die Renkerstraße zu Beginn des unterirdischen Kanalbaus für zwei und im späteren Verlauf noch einmal für vier Monate sperren zu müssen. Das aber ist jetzt vom Tisch, auch um die Verkehrsteilnehmer nicht mit immer neuen Regelungen zu verunsichern.

Keine Alternativen

Dass die Straße während der Tunnelbohrung überhaupt gesperrt werden muss, liegt an der Größe der benötigten Schächte am Anfang und Ende der Kanalstrecke, erklärte Wingels, die weder eine Einbahnstraßenregelung noch eine Verkehrsführung mithilfe einer Baustellenampel erlauben.

Während der – Stand heute – also knapp neunmonatigen Vollsperrung bleiben das Lendersdorfer Krankenhaus und der Akzo-Industriepark aber jederzeit erreichbar, betonte Wingels. Ein Verkehrschaos wie unmittelbar nach dem Kanaleinsturz im Mai 2018, als die Renkerstraße fast drei Monate gesperrt blieb, erwartet Wingels jedoch nicht. Seinerzeit war auch die Rurüberquerung bei Kreuzau nicht möglich. Jetzt aber steht die Schneidhausener Brücke wieder zur Verfügung, so dass Lendersdorf aus dem Süden auch über die K29 angefahren werden kann.

Die fast neunmonatige Sperrung der Renkerstraße hat aber noch eine weitere Konsequenz: Der seit Jahrzehnten von der Lokalpolitik geforderte Bau des Kreisverkehrs an der unübersichtlichen und unfallträchtigen Kreuzung L13/Renkerstraße/Lendersdorfer Straße im Lendersdorfer Norden, für den der Regionalrat erst Anfang des Jahres grünes Licht gegeben hatte, wird sich erneut verzögern. „Der Bau kann erst erfolgen, wenn die Sperrung der Renkerstraße am Krankenhaus wieder aufgehoben ist“, betonte Wingels mit Blick auf die Firmen im Gewerbegebiet Hammerbenden/Industriestraße. Entscheidend sei nun, dass die beim Landesbetrieb Straßenbau in Euskirchen für den Bau des Kreisverkehrs vorgesehenen Mittel zweckgebunden erhalten bleiben, betonte Wingels, und nicht in andere Maßnahmen im Land abfließen. Frühestmöglicher Baubeginn sei Juni 2020.

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