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Simonskall: Reiterkämpfe, Honigwein und Klänge der Leier

Simonskall : Reiterkämpfe, Honigwein und Klänge der Leier

Seltsam anmutende Gestalten bestimmten am Wochenende das Bild im Dörfchen Simonskall in der Nordeifel. Dort wurde die Zeit um mehrere Jahrhunderte zurückgedreht, denn das 52-Seelen-Örtchen wird in diesen Tagen 400 Jahre alt.

Im Schatten von Junkerhaus und Burg fand zum Jubiläum ein Mittelalter-Markt statt, der bei allen attraktiven Angeboten sich einen Hauch von Gemütlichkeit und guter alter Zeit bewahrt hatte.

So lag neben dem Geruch von Lagerfeuer und Kochstelle auch der süße Duft des Honigweins Met in der Luft. Für die Besucher - bis Sonntagnachmittag waren es nach Schätzungen der Organisatoren rund 3500 - gab es viel zu bestaunen. Sogar aktives Mitmachen war angesagt, etwa beim Bogenschießen, Schwertkampf und Speerwerfen.

Zu den Programmhöhepunkten gehörten die Greifvogelschau aus Hellenthal, Ritterturniere zu Pferd sowie immer wieder Auftritte von Gauklern und Musikanten. Und überall uriges Lagerleben mit einfachen Mitteln und in Original-Kostümen.

Wer einmal ein einfaches Leinengewand anlegen wollte, fand mit etwas Glück im Zelt der Roten Zora (Kerstin Schmid aus Kreuzau) eine passende „Gewandung oder sonstiges mittelalterliches Allerley”, wie dort zu lesen war. In einem Backes, bot Jörg Hinz aus Nideggen-Brück frische Flammkuchen an und Frank Wilden aus Nideggen begrüßte die Besucher mit Windspielen.

Ansonsten kamen Aussteller, Händler und Mittelalter-Freunde aus mehreren Ecken der Republik, denn Organisator Andreas Scholl aus Schmidt hat keine Mühen und Wege gescheut, Mitwirkende für den Markt zu gewinnen. Seit der ersten Idee dazu im August vorigen Jahres, hat er unzählige Teilnehmer für sein Dorf begeistern können, die zudem auf Honorare oder Eintrittsgelder verzichteten.

„Ich hoffe, dass die Besucher genau so viel Freue für das Mittelalter spüren, wie ich sie bei der Planung hatte”, erzählt der 21-Jährige. Stolz sind er und seine Mitstreiter, die am Wochenende so moderne Dinge wie „Ordnungsdienst und Parkplatzwachen” absolvierten, über die Teilnahme der Reitergruppe Löwenritter aus dem Kreis Aachen. Die sieben Pferde und rund 20 Akteure gehören zur „Oberliga mittelalterlicher Reiterspiele”.

Zum Angebot ermöglichte natürlich auch einen Blick ins einfache Lagerleben. Hier waren Gäste und Teilnehmer gleichermaßen begeistert. Sabrina Oepen aus Düren findet es schön, auf diese Weise dem Alltag zu entrücken. Jens Bonn aus Nideggen-Rath hat Spaß daran, in eine Figur des Mittelalters zu schlüpfen und Niklas Mohn aus Venwegen spricht von einer „Ruheinsel in der heutigen, schnelllebigen Zeit”.